Kreditkarte im Ausland: Gebühren vermeiden, Bargeld, DCC

Im Ausland kostet die Karte an drei Stellen Geld: beim Aufschlag deiner Bank, bei der Gebühr des Automaten und bei der Umrechnung durch den Händler. Alle drei kannst du fast vollständig vermeiden.

Redaktion Kontenvergleich.net Stand: 5 Minuten Lesezeit

Mit der Kreditkarte im Ausland zu bezahlen ist günstig, wenn du drei Kostenquellen kennst. Deine Bank kann auf Zahlungen in fremder Währung ein Auslandseinsatzentgelt aufschlagen, meist 1 bis 2 %. Der Betreiber eines Geldautomaten kann eine eigene Gebühr verlangen. Und Händler und Automaten bieten dir die Umrechnung in Euro an, die sogenannte Dynamic Currency Conversion, mit oft deutlich schlechterem Kurs. Mit einer Karte ohne Auslandseinsatzentgelt, der Wahl der Landeswährung und etwas Geduld bei der Automatensuche zahlst du fast nichts extra.

Auslandseinsatzentgelt: wann es anfällt

Das Auslandseinsatzentgelt ist ein Prozentsatz, den deine Bank auf jeden Umsatz in fremder Währung aufschlägt. Es steht als eigene Zeile auf der Abrechnung oder ist in den Kurs eingerechnet. Maßgeblich ist die Währung, nicht das Land.

Wo du zahlst Auslandseinsatzentgelt erlaubt?
Euro in einem EU-Land (Italien, Kroatien, Bulgarien …) Nein, darf nicht mehr kosten als im Inland
Landeswährung in einem EU-Land ohne Euro (Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Schweden, Dänemark) Ja
Euro außerhalb der EU (Montenegro, Kosovo) Ja, möglich
Fremdwährung außerhalb der EU (Schweiz, UK, USA, Türkei …) Ja
Onlinekauf in Dollar oder Pfund von zu Hause Ja

Die Regel für Euro-Zahlungen stammt aus der EU-Verordnung über grenzüberschreitende Zahlungen. Für Zahlungen in EU-Währungen ohne Euro muss deine Bank ihren Aufschlag seit 2020 als Prozentsatz über dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank angeben und dir nach der Zahlung eine Mitteilung mit den Kosten schicken. Das steht in der Verordnung (EU) 2019/518.

Bargeld am Automaten: zwei Gebühren, die du trennen musst

Beim Abheben im Ausland können zwei Gebühren zusammenkommen.

Die Gebühr deiner Bank. Sie steht im Preisverzeichnis, oft als Prozentsatz mit Mindestbetrag. Es gibt Karten, die weltweit ohne dieses Entgelt abheben lassen, teils begrenzt auf eine bestimmte Zahl oder Summe je Monat. Bei manchen Kreditkarten laufen zusätzlich Zinsen ab dem Tag der Abhebung.

Die Gebühr des Automatenbetreibers. Die legt die fremde Bank fest, und deine Bank kann sie nicht verhindern. Der Automat zeigt sie vor der Auszahlung an. Brich ab, wenn sie dir zu hoch ist, und such ein anderes Gerät. Oft verlangen Automaten großer Banken im Land weniger als freistehende Geräte in Touristenzonen.

So hältst du die Kosten klein:

  1. Heb seltener und dafür größere Beträge ab, wenn pro Abhebung eine feste Gebühr anfällt.
  2. Meide freistehende Automaten an Flughäfen, Bahnhöfen und in Einkaufsstraßen, die keiner Bank gehören.
  3. Lies jeden Bildschirm, bevor du bestätigst. Die Gebühr und die Frage nach der Umrechnung kommen oft kurz hintereinander.
  4. Bezahl, wo es geht, direkt mit Karte. Dann entfällt die Automatengebühr ganz.

Dynamic Currency Conversion: immer Landeswährung wählen

Das Terminal im Restaurant oder der Automat fragt: „Pay in EUR or in local currency?“ Wählst du Euro, rechnet der Händler oder Automatenbetreiber selbst um. Du siehst den Betrag in Euro, das wirkt bequem. Der Kurs enthält aber einen Aufschlag, der häufig deutlich über dem Auslandseinsatzentgelt deiner Bank liegt.

Innerhalb der EU muss der Anbieter dir diesen Aufschlag seit 2020 im Verhältnis zum EZB-Referenzkurs anzeigen, bevor du bestätigst. Die Anzeige ist aber leicht zu übersehen. Außerhalb der EU gilt diese Pflicht nicht.

Auch Onlineshops und Buchungsseiten machen das. Airlines und Hotelportale bieten dir den Preis „in deiner Währung“ an. Rechne kurz nach, ob der angezeigte Euro-Preis zum Tageskurs passt, bevor du zustimmst.

Tipps nach Reiseregion

Euroraum. Karte ohne Bedenken einsetzen, es gibt kein Auslandseinsatzentgelt. Seit Anfang 2026 gehört auch Bulgarien dazu. Bargeld bekommst du mit der Debitkarte deines Girokontos oft zu denselben Bedingungen wie zu Hause, prüfe aber das Preisverzeichnis. In Ländern wie Italien oder Spanien sind freistehende Automaten mit Betreibergebühr in Touristenorten verbreitet.

EU-Länder mit eigener Währung. In Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Schweden und Dänemark fällt das Auslandseinsatzentgelt an, wenn deine Karte eins hat. In Skandinavien zahlst du fast alles mit Karte, Bargeld brauchst du kaum. In Prag und Budapest gibt es viele freistehende Automaten mit DCC-Angebot, hier hilft die Landeswährungs-Regel am meisten.

Schweiz und Großbritannien. Beide außerhalb der EU, beide mit eigener Währung. Kartenzahlung ist Standard, auch für kleine Beträge. In der Schweiz nehmen manche Geschäfte zusätzlich Euro, gib dann trotzdem der Kartenzahlung in Franken den Vorzug.

USA und Kanada. Karte ist das Hauptzahlungsmittel. An Tankstellen fragt die Zapfsäule oft nach einer Postleitzahl, die deutsche Karten nicht haben. Zahl dann drinnen an der Kasse und lass einen Betrag vorab reservieren. Hotels und Mietwagenfirmen blockieren Kautionen, die deinen Rahmen spürbar senken. Beim Restaurant steht das Trinkgeld oft auf dem Beleg, rechne nach, bevor du unterschreibst.

Türkei, Nordafrika, Naher Osten. Kartenzahlung ist in Städten und Hotels üblich, auf Märkten und in kleinen Läden zählt Bargeld. Nutze Automaten von Banken, lehne die Umrechnung ab.

Südostasien. In Thailand, Vietnam oder Indonesien verlangen viele Automaten eine feste Gebühr je Abhebung. Heb deshalb seltener und mehr ab. In Städten wird Karte und Handy-Zahlung breit angenommen, auf dem Land weniger.

Japan. Karten werden in Städten weitgehend akzeptiert. Automaten in Convenience Stores und bei der Post nehmen ausländische Karten in der Regel an, viele andere Bankautomaten nicht.

Lateinamerika. Automatengebühren der Betreiber sind in manchen Ländern hoch. Vergleiche mehrere Banken vor Ort und nimm eine zweite Karte mit, falls ein Netz nicht funktioniert.

Checkliste vor der Abreise

  • Zwei Karten dabeihaben, möglichst eine Visa und eine Mastercard, von unterschiedlichen Banken
  • Karten getrennt aufbewahren, eine im Hotelsafe
  • Kreditrahmen prüfen: reicht er für Kautionen und Ausgaben?
  • Auf volle Rückzahlung stellen, keine Teilzahlung
  • Ländersperre oder Geoblocking in der App prüfen
  • Sperrnummer deiner Bank notieren, nicht nur im Handy
  • Push-Nachrichten für Umsätze einschalten

Wenn du noch keine Karte ohne Auslandseinsatzentgelt hast, beantrage sie mindestens drei Wochen vor der Reise. Karte und PIN kommen getrennt per Post. Karten ohne Fremdwährungsaufschlag findest du im Kreditkarten-Vergleich. Wer zusätzlich einen Mietwagen bucht, liest vorher den Ratgeber Kreditkarte und Mietwagen-Kaution. Und wenn du wissen willst, ob die Debitkarte auf deiner Reise reicht, hilft Debitkarte vs. Kreditkarte.

Aktuelle Angebote: Kreditkarte

Werbung: Für einen Abschluss über die Links erhalten wir unter Umständen eine Provision. Auf die Reihenfolge hat das keinen Einfluss.

  1. TF Bank

    Mastercard Gold Unser Tipp für Reisen: keine Gebühren beim Zahlen und Abheben weltweit

    Jahresgebühr0,00 €
    Zahlen außerhalb Euro0,00 %
    Bargeld weltweitgebührenfrei weltweit
    KartenartKreditkarte

    Passt zu dir, wenn du viel reist und jeden Monat den vollen Betrag überweist.

  2. easybank

    Visa Kreditkarte (früher Barclays)

    Jahresgebühr0,00 €
    Zahlen außerhalb Euro0,00 %
    Bargeld weltweitgebührenfrei ab 50 €
    KartenartKreditkarte

    Für dich, wenn du eine kostenlose Reisekarte willst und die Rückzahlung selbst im Blick behältst.

  3. Hanseatic Bank

    GenialCard

    Jahresgebühr0,00 €
    Zahlen außerhalb Euro0,00 %
    Bargeld weltweitAusland frei, DE 3,95 €
    KartenartKreditkarte

    Gut für Reisen außerhalb Deutschlands, zu Hause hebst du besser mit der Girocard ab.

Stand der Konditionen: 21.9.2026 Sortiert nach Jahresgebühr, dann nach Entgelt für Zahlungen außerhalb des Euro. Bei Gleichstand stehen Kreditkarten mit kostenlosem Bargeld weltweit vorn. So vergleichen wir

Alle 11 Angebote im Vergleich

Häufige Fragen

Muss ich meiner Bank vor der Reise Bescheid sagen?

Bei den meisten Banken nicht mehr. Ihre Betrugserkennung kommt mit Auslandszahlungen gut zurecht, und du bestätigst verdächtige Umsätze in der App. Prüfe aber vorher, ob in der App Länder gesperrt sind oder ein Geoblocking eingestellt ist, das du lockern musst.

Wie viel Bargeld sollte ich mitnehmen?

Für die ersten ein bis zwei Tage genug für Taxi, Trinkgeld und kleine Einkäufe. Den Rest holst du vor Ort am Automaten, das ist fast immer günstiger als Geld in Deutschland zu tauschen.

Zählt eine Onlinebuchung in Dollar auch als Auslandseinsatz?

Ja. Es kommt auf die Währung an, nicht auf deinen Standort. Buchst du von zu Hause ein Hotel in den USA in Dollar, berechnet die Bank das Auslandseinsatzentgelt genauso wie vor Ort.

Was ist, wenn meine Karte im Ausland gesperrt wird?

Ruf die Hotline deiner Bank an oder nutze die App. Deshalb gehören zwei Karten von verschiedenen Banken und Netzwerken ins Gepäck, getrennt aufbewahrt. Bei Diebstahl hilft der Ratgeber Kreditkarte sperren.

Ist kontaktlos zahlen im Ausland sicher?

Ja, mit denselben Schutzmechanismen wie in Deutschland. Ab bestimmten Beträgen oder nach mehreren Zahlungen fragt das Terminal nach der PIN. Mit dem Smartphone über Apple Pay oder Google Pay entfällt das meist, weil du dich am Handy authentifizierst.

Mehr zu Kreditkarte

Zum Kreditkarte-Vergleich