Redaktion Kontenvergleich.net, geprüft im September 2026
Ein Girokonto ist dann günstig, wenn es zu deinem Alltag passt. Das klingt banal, ist aber der Grund, warum zwei Leute beim selben Konto ganz unterschiedliche Rechnungen bekommen. Wer jeden Monat ein Gehalt über 1.000 € bekommt, zahlt bei vielen Direktbanken nichts. Wer als Freiberufler unregelmäßig Geld bekommt, wer oft bar einzahlt oder wer noch Überweisungen auf Papier abgibt, zahlt bei denselben Banken plötzlich drauf.
Deshalb zeigt die Liste oben die Kosten im Jahr für einen typischen Fall und daneben die Bedingung, an der der Preis hängt. Hier unten steht, was hinter den einzelnen Posten steckt, wo die Gebühren sich verstecken und welches Konto zu welchem Leben passt.
Worauf es beim Girokonto ankommt
Kontoführungsgebühr und ihre Bedingungen
Die monatliche Grundgebühr ist der auffälligste Preis, und genau deshalb werben Banken mit „kostenlos“. Fast immer steht eine Bedingung dahinter. Die häufigsten:
- Mindestgeldeingang: Das Konto kostet nichts, wenn jeden Monat ein bestimmter Betrag eingeht. Die Schwelle liegt je nach Bank irgendwo zwischen einigen hundert Euro und etwa 1.000 €.
- Aktive Nutzung: Statt Geldeingang zählen eine Mindestzahl an Kartenzahlungen oder ein monatlicher Umsatz.
- Alter: Unter 25 oder 28 Jahren, für Schüler, Azubis und Studierende oft ohne weitere Bedingung.
- Onlinekonto: Nur digitale Kontoauszüge, nur Onlinebanking. Wer eine Überweisung am Schalter oder auf Papier aufgibt, zahlt extra.
Fällt die Bedingung weg, springt die Gebühr ohne Nachfrage an. Das passiert öfter als gedacht: Arbeitsplatz verloren, Elternzeit, Rente kommt auf ein anderes Konto, 28. Geburtstag. Prüfe bei jedem Angebot, was das Konto ohne die Bedingung kostet. Diese Zahl ist dein Preis im schlechten Monat.
Girocard, Debitkarte, Kreditkarte
Zu jedem Girokonto gehört eine Karte, aber nicht jede Karte ist gleich.
Die Girocard (früher EC-Karte) ist das deutsche System. An fast jeder Supermarktkasse funktioniert sie, bei Sparkassen und Volksbanken ist sie Standard. Im Ausland und im Internet ist sie schwach. Seit Mastercard im Juli 2023 keine neuen Maestro-Karten mehr ausgibt, versehen Banken die Girocard meist mit einem zweiten, internationalen System wie Visa oder Mastercard oder ersetzen sie ganz durch eine Debitkarte.
Die Debitkarte von Visa oder Mastercard ist bei Direktbanken heute die Standardkarte. Sie bucht wie die Girocard sofort vom Konto ab, funktioniert aber weltweit und in Onlineshops. Der Haken: Manche Autovermietungen, Hotels und kleinere Geschäfte akzeptieren sie nicht, oder sie wollen für eine Kaution eine echte Kreditkarte. Den Unterschied erklärt der Ratgeber Debitkarte oder Kreditkarte ausführlich.
Kostet die Girocard extra, lohnt ein Blick auf das Kleingedruckte. Einige Banken bieten sie nur noch gegen Jahresgebühr an, weil die Debitkarte schon im Konto steckt. Brauchst du sie wirklich? Wenn du fast nur mit Handy oder Debitkarte zahlst, wahrscheinlich nicht.
Bargeld abheben und einzahlen
Hier unterscheiden sich Filialbanken und Direktbanken am deutlichsten.
Filialbanken hängen an einem Automatennetz: Sparkassen an ihrem eigenen, Volksbanken am BankCard ServiceNetz, private Großbanken an der Cash Group. Im eigenen Netz ist das Abheben meist frei. An fremden Automaten verlangt der Betreiber ein Entgelt, das dir vorher auf dem Bildschirm angezeigt wird.
Die meisten Direktbanken haben keine eigenen Automaten. Sie erlauben stattdessen kostenlose Abhebungen mit der Debitkarte, oft begrenzt auf eine Zahl im Monat oder erst ab einem Mindestbetrag. Verlangt der Betreiber des Automaten selbst ein Entgelt, zahlst du das trotzdem. Viele Supermärkte und Drogerien zahlen an der Kasse Bargeld aus, wenn du dort einkaufst. Das ist oft die bequemste Lösung.
Bargeld einzahlen ist die Schwachstelle der Direktbanken. Manche bieten es gar nicht an, andere nur über Partnerautomaten oder gegen Gebühr an der Supermarktkasse. Wer als Händler, Handwerker oder aus anderen Gründen regelmäßig Scheine auf das Konto bringt, sollte das vor der Wahl klären.
Dispo und Überziehung
Der Dispokredit ist die eingeräumte Überziehung. Die Bank legt einen Rahmen fest, meist ein Vielfaches deines Monatseingangs, und berechnet Zinsen für jeden Tag im Minus. Die Zinssätze liegen weit über denen eines Ratenkredits, und sie unterscheiden sich stark zwischen den Banken.
Geht das Konto über den Rahmen hinaus, wird es noch teurer. Diese geduldete Überziehung kostet einen Aufschlag auf den Dispozins.
Für dich heißt das: Wer den Dispo selten und kurz nutzt, muss auf den Zins kaum achten. Wer regelmäßig im Minus ist, für den wiegt der Dispozins schwerer als jede Kontoführungsgebühr. Wie du aus dem Dauerminus herauskommst, steht im Ratgeber Dispokredit.
Das Gesetz hilft ein Stück: Nutzt du den Dispo sechs Monate ununterbrochen und im Schnitt zu mehr als 75 % aus, muss die Bank dir eine Beratung über günstigere Alternativen anbieten (§ 504a BGB).
Filialbank oder Direktbank
Eine Filiale kostet Geld, und das zahlt der Kunde über die Kontoführung mit. Dafür bekommst du jemanden, der dir gegenübersitzt, wenn etwas schiefgeht: Karte weg, Erbschaft, Vollmacht für die Eltern, Bargeld im größeren Stil.
Direktbanken wie ING, DKB oder Comdirect laufen über App und Website. Die Konten sind günstiger, die Apps oft besser. Den Service gibt es per Telefon oder Chat, und der ist mal hervorragend und mal eine Warteschleife.
Eine Mischform nutzen viele: Hauptkonto bei der Direktbank, dazu ein kleines Konto bei der Sparkasse oder Volksbank vor Ort für die seltenen Fälle, in denen eine Filiale gebraucht wird. Dieses zweite Konto kostet dann zwar Gebühren, aber oft weniger als ein komplettes Filialkonto für alles.
Echtzeitüberweisung und Empfängerüberprüfung
Seit dem 9. Oktober 2025 müssen Banken im Euroraum Echtzeitüberweisungen senden können, empfangen müssen sie sie schon seit Januar 2025. Das Geld ist in wenigen Sekunden beim Empfänger, auch am Wochenende. Die Überweisung in Echtzeit darf nicht mehr kosten als eine normale Überweisung. So steht es in der EU-Verordnung 2024/886.
Neu ist seit demselben Stichtag die Empfängerüberprüfung: Die Bank gleicht vor dem Absenden den Namen mit der IBAN ab und warnt dich, wenn beides nicht zusammenpasst. Nimm diese Warnung ernst. Eine Echtzeitüberweisung lässt sich nicht zurückholen.
Kontowechselhilfe
Den Umzug musst du nicht allein organisieren. Nach dem Zahlungskontengesetz muss die neue Bank auf deinen Wunsch die Daueraufträge übernehmen, Lastschriften umstellen und deinen Arbeitgeber und die Zahlungsempfänger informieren. Die gesetzlichen Fristen summieren sich auf rund zwölf Geschäftstage. Wie das Schritt für Schritt abläuft und wo es hakt, steht im Ratgeber Girokonto wechseln.
So liest du die Vergleichsliste
Die Liste ist nach den Kosten im Jahr sortiert, und zwar für einen festen Fall: 1.000 € Geldeingang im Monat. So steht es auch unter der Liste. Die Provision, die wir eventuell für eine Kontoeröffnung bekommen, spielt für die Reihenfolge keine Rolle.
Drei Dinge helfen beim Lesen:
- Die Bedingung zuerst. Ein Konto mit 0 € Jahreskosten, dessen Bedingung du nicht erfüllst, ist für dich kein Konto mit 0 €. Die Bedingung steht direkt am Angebot.
- Plus und Minus lesen. Dort steht, was die Zahl nicht zeigt: kein Bargeld einzahlen, keine Girocard, Gebühr für Abhebungen unter einem Mindestbetrag.
- Dein eigener Fall. Wer stark von unserem Beispiel abweicht, rechnet mit dem Kontokosten-Rechner selbst nach. Dort gibst du Kontoführung, Kartenpreis und die Zahl deiner kostenpflichtigen Buchungen ein.
Das Datum unter der Liste zeigt, wann wir die Angebote zuletzt bei den Banken selbst geprüft haben. Maßgeblich ist immer das Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank.
Typische Kostenfallen beim Girokonto
Die Grundgebühr sieht jeder. Teuer werden oft die Posten, die im Preisverzeichnis weiter hinten stehen.
| Kostenfalle | Woran du sie erkennst | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Bedingung fällt weg | Gebühr erscheint plötzlich auf dem Kontoauszug | Bedingung kennen, Geldeingang notfalls umleiten |
| Beleghafte Buchungen | Preis „je Buchung“ oder „Überweisung per Beleg“ | Online überweisen, Daueraufträge nutzen |
| Kontoauszug per Post | Portokosten oder Gebühr je Auszug | Elektronisches Postfach nutzen |
| Fremdautomaten | Entgelt wird am Automaten angezeigt | Abbrechen, eigenes Netz oder Supermarktkasse nutzen |
| Girocard extra | Jahresentgelt für die Karte | Prüfen, ob die Debitkarte reicht |
| Ersatzkarte, neue PIN | Einzelpreise im Verzeichnis | Beim Vergleich mit anschauen |
| Fremdwährung | Auslandseinsatzentgelt in Prozent vom Umsatz | Für Reisen eine Karte ohne Aufschlag nutzen |
| Dauerhafter Dispo | Zinsbelastung zum Quartalsende | Dispo in einen Ratenkredit umschulden |
Ein Punkt, der oft untergeht: Auch das kostenlose Konto kann bei Fremdwährung teuer werden. Viele Debitkarten verlangen im Nicht-Euro-Ausland einen Aufschlag auf jeden Umsatz. Wer häufig reist, schaut in den Ratgeber zur Kreditkarte im Ausland.
Welches Girokonto zu wem passt
Kein Konto ist für alle das beste. Die folgende Übersicht ordnet typische Lebenslagen den Kontotypen zu. Sie ersetzt nicht den Blick auf die Bedingungen, verkürzt aber die Suche.
| Du bist … | Worauf du achtest | Passender Kontotyp |
|---|---|---|
| Angestellt mit festem Gehalt | Geldeingangsbedingung, Karte, Dispozins | Direktbank mit Geldeingangsbedingung |
| Selbstständig, unregelmäßige Eingänge | Konto ohne Mindesteingang, getrennte Buchhaltung | Konto ohne Bedingung, dazu ein Geschäftskonto |
| Schüler, Azubi, Student | Altersgrenze, was nach dem Stichtag passiert | Jugend- oder Studentenkonto |
| Oft mit Bargeld unterwegs | Automatennetz, Einzahlung | Filialbank oder Direktbank mit Einzahlungsweg |
| Viel im Ausland | Fremdwährungsgebühr, Kreditkarte | Konto mit Karte ohne Auslandseinsatzentgelt |
| Mit Partner zusammen | Gemeinschaftskonto, Vollmachten | Gemeinschaftskonto neben den eigenen Konten |
| Mit Schufa-Eintrag oder Pfändung | Anspruch auf Konto, Pfändungsschutz | Basiskonto, als P-Konto geführt |
| Älter, lieber mit Beratung | Filiale in der Nähe, Telefonservice | Sparkasse, Volksbank oder Filialbank |
Angestellte mit regelmäßigem Gehalt
Das ist der einfachste Fall. Fast jede Direktbank bietet ein Konto, das bei einem Gehaltseingang nichts kostet. Vergleiche hier vor allem Dispozins und Karte. Schau auch, wie viele kostenlose Abhebungen es gibt, wenn du Bargeld nutzt.
Selbstständige und Freiberufler
Eingänge schwanken, manchmal kommt drei Monate nichts. Ein Konto mit Mindesteingang kann dann plötzlich Geld kosten. Such dir ein Konto ohne Bedingung für die privaten Ausgaben. Geschäftliches läuft besser über ein eigenes Konto, schon wegen der Buchhaltung. Manche Banken verbieten die geschäftliche Nutzung des Privatkontos ausdrücklich in ihren Bedingungen.
Junge Leute
Konten für unter 25- oder unter 28-Jährige sind oft ohne jede Bedingung kostenlos. Die Frage ist, was am Stichtag passiert. Manche Banken wandeln das Konto stillschweigend in ein gebührenpflichtiges Standardkonto um. Trag dir den Geburtstag in den Kalender, an dem die Bedingung wegfällt. Für Minderjährige gelten eigene Regeln, siehe Girokonto für Kinder.
Menschen mit Schulden
Ein Konto steht dir zu, das regelt das Gesetz. Das Basiskonto darf die Bank nur aus wenigen, im Gesetz aufgezählten Gründen ablehnen, eine schlechte Schufa gehört nicht dazu. Droht eine Pfändung, lässt du das Konto als P-Konto führen. Seit dem 1. Juli 2026 sind darauf monatlich 1.590 € geschützt, mehr mit Unterhaltspflichten oder Kindergeld.
Wer die Filiale braucht
Wer Überweisungen lieber am Schalter abgibt oder mit Onlinebanking nicht zurechtkommt, zahlt für ein Filialkonto mehr. Das ist ein fairer Preis für einen echten Nutzen. Vergleiche dann die Kontomodelle innerhalb der Sparkasse oder Volksbank vor Ort: Oft gibt es ein günstiges Onlinemodell und ein teures Komplettmodell, und der Unterschied im Jahr ist größer als gedacht.
So findest du in drei Schritten das richtige Konto
- Eigenen Bedarf aufschreiben. Wie viel Geld geht monatlich ein? Wie oft hebst du ab, zahlst du bar ein, reist du? Brauchst du eine Girocard?
- In der Liste filtern. Streich alle Angebote, deren Bedingung du nicht sicher erfüllst, auch in einem schlechten Monat.
- Wechsel planen. Eröffne das neue Konto, nutze die Kontowechselhilfe und kündige das alte erst, wenn alle Zahlungen umgezogen sind. Wie das geht, erklärt der Ratgeber zum Girokonto kündigen.
Wer mehr Geld auf dem Girokonto liegen hat, als er im Monat braucht, verschenkt Zinsen. Ein Puffer von zwei bis drei Monatsausgaben auf dem Konto reicht meist. Der Rest arbeitet auf einem Tagesgeldkonto besser.
Häufige Fragen
Gibt es ein Girokonto, das wirklich nichts kostet?
Ja, vor allem bei Direktbanken. Meist hängt der Nullpreis aber an einer Bedingung wie einem monatlichen Geldeingang oder einem Alterslimit. Wirklich bedingungslos kostenlose Konten sind selten geworden. Worauf du dabei achten musst, steht im Ratgeber kostenloses Girokonto ohne Bedingungen.
Zählt jede Überweisung als Geldeingang?
Das regelt jede Bank selbst. Manche verlangen ausdrücklich Gehalt, Rente oder eine andere regelmäßige Zahlung von einem Dritten. Andere akzeptieren jede Gutschrift, auch eine Überweisung von deinem eigenen Konto bei einer anderen Bank. Lies die Formulierung im Preis- und Leistungsverzeichnis, bevor du dich auf einen Trick mit Daueraufträgen verlässt.
Kann ich mehrere Girokonten gleichzeitig haben?
Ja. Es gibt keine gesetzliche Grenze. Viele nutzen ein Hauptkonto für Gehalt und Fixkosten und ein Zweitkonto für Reisen oder als Puffer. Nur ein Pfändungsschutzkonto ist auf eine Person beschränkt.
Verschlechtert ein neues Girokonto meinen Schufa-Score?
Die Bank meldet das Konto an die Schufa, ein neues Girokonto wird dort also eingetragen. Ein normal geführtes Konto gilt nicht als Risiko. Beantragst du aber in kurzer Zeit mehrere Konten mit Dispo oder Kreditkarte, sieht das nach Kreditbedarf aus. Eröffne deshalb nicht fünf Konten auf einmal.
Wie lange dauert die Eröffnung eines Girokontos?
Online mit Video-Ident oder eID meist ein bis drei Tage bis zu den Zugangsdaten. Die Karte kommt per Post, das dauert oft eine weitere Woche. Plane das ein, wenn du zum Monatswechsel wechseln willst.
Was passiert mit meinem Geld, wenn die Bank pleitegeht?
Guthaben auf dem Girokonto ist wie Tagesgeld über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Person und Bank geschützt. Mehr dazu im Ratgeber zur Einlagensicherung.
Darf die Bank die Kontogebühren einfach erhöhen?
Nicht mehr durch Schweigen. Seit dem BGH-Urteil vom 27. April 2021 (XI ZR 26/20) braucht die Bank deine aktive Zustimmung zu neuen Entgelten. Stimmst du nicht zu, darf sie dir allerdings mit zwei Monaten Frist kündigen. Ob du alte Gebühren zurückholen kannst, klärt der Ratgeber Kontogebühren zurückfordern.
Bekomme ich ein Girokonto trotz negativer Schufa?
Ein Basiskonto bekommst du auf jeden Fall, der Anspruch steht im Zahlungskontengesetz. Die Bank darf es nicht wegen deiner Schufa ablehnen. Andere Wege beschreibt der Ratgeber Girokonto ohne Schufa.
Brauche ich für ein Konto bei einer Direktbank eine deutsche Adresse?
Die meisten deutschen Direktbanken verlangen einen Wohnsitz in Deutschland und eine deutsche Steuer-ID. Wer gerade erst zuzieht, ohne Meldeadresse, hat mit dem Basiskonto einen gesetzlichen Anspruch, auch ohne festen Wohnsitz.