Zweitkonto: wann es sich rechnet und was die Schufa sieht

Ein zweites Konto trennt Geld, das für verschiedene Dinge gedacht ist. Das hilft beim Sparen und kostet bei der richtigen Bank nichts.

Redaktion Kontenvergleich.net Stand: 4 Minuten Lesezeit

Ein Zweitkonto ist ein zweites Girokonto neben deinem Gehaltskonto, meist bei einer anderen Bank. Sinnvoll ist es vor allem, wenn du Geld für feste Zwecke sauber trennen willst, etwa Fixkosten, Haushaltsgeld mit dem Partner oder Reisekasse, oder wenn du eine bessere Karte fürs Ausland suchst. Rechtlich darfst du so viele Konten haben, wie du willst. Die Schufa sieht jedes neue Konto, ein einzelnes Zweitkonto schadet deinem Score aber kaum, solange du nicht mehrere Konten und Karten in kurzer Zeit abschließt. Kosten muss ein Zweitkonto nichts, wenn du eines ohne Mindestgeldeingang wählst.

Fünf Gründe für ein zweites Konto

ZweckSo funktioniert esWorauf du achtest
FixkostenkontoAm Gehaltstag geht ein fester Betrag auf das Zweitkonto, alle Abbuchungen laufen von dortkeine Kontoführungsgebühr, kein Mindestgeldeingang
Haushaltskonto mit PartnerBeide überweisen einen festen Betrag, Miete und Einkauf laufen darüberals Gemeinschaftskonto eröffnen, Dispo niedrig
ReisekontoKarte ohne Auslandsgebühren, nur mit dem Urlaubsbudget geladenAuslandseinsatzentgelt, Gebühren am Automaten
Onlinekauf-KontoNur für Abos und Onlineshops, wenig Guthaben daraufKarte schnell sperrbar, App mit Push-Meldung
AusweichkontoFalls die Hauptbank eine Störung hat oder die Karte verloren gehteigene Karte, eigene Bank

Für das Sparen selbst ist ein Girokonto das falsche Konto. Rücklagen gehören auf ein Tagesgeldkonto, dort gibt es Zinsen. Wie viel du als Reserve brauchst, steht im Ratgeber zum Notgroschen.

Was die Schufa zu einem Zweitkonto sagt

Die meisten Banken fragen bei der Kontoeröffnung die Schufa ab und melden das neue Konto dorthin. Im neuen Schufa-Score zählt die Zahl der Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den letzten zwölf Monaten. Wer in einem Jahr keinen neuen Vertrag abschließt, bekommt dafür die meisten Punkte, mit jedem weiteren Abschluss werden es weniger. Mehrere Anfragen innerhalb von 28 Tagen zählen nach Angaben der Schufa nur einmal.

Für dich heißt das: Ein Zweitkonto ist kein Problem. Planst du in den nächsten Monaten einen Kredit oder eine Baufinanzierung, eröffne es besser danach oder bündle Konto und Kreditkarte in einem kurzen Zeitraum. Mehr zum Score steht im Ratgeber Schufa-Score verbessern.

Was ein Zweitkonto kostet

Viele Konten sind nur kostenlos, wenn jeden Monat ein bestimmter Betrag eingeht. Auf dem Zweitkonto ist das ein Problem, denn dein Gehalt geht ja aufs erste Konto. Zwei Wege helfen:

  • Du wählst für das Zweitkonto ein Modell ganz ohne Bedingung. Welche Kontoarten das sind, erklärt der Ratgeber zum kostenlosen Girokonto ohne Bedingungen.
  • Du prüfst, ob die Bank auch Umbuchungen von deinem eigenen Konto als Geldeingang zählt. Manche Banken tun das, andere verlangen ausdrücklich Gehalt oder Rente.

Achte außerdem auf die Karte. Eine Girocard kostet bei manchen Banken extra, eine Debitkarte ist oft enthalten. Was dich beide Konten im Jahr zusammen kosten, rechnest du mit dem Kontokosten-Rechner aus.

Wo die Grenzen liegen

Pfändungsschutz gibt es nur einmal. Jede Person darf nur ein P-Konto führen. Ist dein Hauptkonto ein P-Konto, wird ein zweites Girokonto nicht automatisch geschützt, und ein Gläubiger kann es pfänden. Mehr dazu im Ratgeber zum P-Konto.

Kein Basiskonto als Zweitkonto. Den Anspruch auf ein Basiskonto hast du nur, wenn du in Deutschland noch kein anderes Zahlungskonto hast, das du nutzen kannst. Als Zweitkonto kann die Bank es ablehnen.

Die Einlagensicherung gilt je Bank. Bei zwei Konten bei derselben Bank sind zusammen 100.000 € gesetzlich gesichert, bei zwei Banken jeweils 100.000 €. Auf einem Girokonto liegt selten so viel, beim Umbau von Rücklagen kann es aber eine Rolle spielen. Details im Ratgeber zur Einlagensicherung.

So richtest du ein Zweitkonto ein

  1. Zweck festlegen. Entscheide vorher, wofür das Konto da ist. Ein Konto ohne klare Aufgabe wird schnell zum zweiten Alltagskonto, und die Übersicht ist weg.
  2. Bank wählen. Achte auf ein Modell ohne Mindestgeldeingang und ohne Kontoführungsgebühr. Eine andere Bank als die Hauptbank hat den Vorteil, dass du bei einer Störung ein Ausweichkonto hast.
  3. Eröffnen. Bei Direktbanken per Video-Ident in etwa einer Viertelstunde, Karte und Zugangsdaten kommen per Post.
  4. Dispo ablehnen oder niedrig halten. Ein Fixkostenkonto braucht keinen Kreditrahmen, wenn der Dauerauftrag stimmt.
  5. Daueraufträge und Lastschriften umziehen. Gib Vermieter, Versicherungen und Stromanbieter die neue IBAN.
  6. Nach zwei Monaten prüfen. Reicht der Betrag, der monatlich hinübergeht? Ist ein Puffer übrig, bleibt er dort. Fehlt Geld, erhöh den Dauerauftrag, bevor eine Lastschrift platzt.

Für wen sich ein Zweitkonto rechnet

Ein Zweitkonto bringt am meisten, wenn du schon einmal am Monatsende gestaunt hast, wo das Geld geblieben ist. Die Trennung zwingt dich zu einem festen Budget, ohne dass du eine App oder ein Haushaltsbuch führen musst.

Weniger sinnvoll ist es, wenn du ohnehin nur wenige Abbuchungen hast und dein Hauptkonto schon eine gute Karte fürs Ausland mitbringt. Dann ist ein Tagesgeldkonto für Rücklagen der bessere zweite Schritt. Und wer mit einem Zweitkonto nur einen Dispo umgehen will, verschiebt das Problem. Hier hilft eher der Ratgeber zum Dispokredit.

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Häufige Fragen

Darf ich beliebig viele Girokonten haben?

Ja, eine gesetzliche Obergrenze gibt es nicht. Beschränkt ist nur das Pfändungsschutzkonto: Jede Person darf nur ein P-Konto haben, das steht in § 850k ZPO.

Muss ich dem Finanzamt ein Zweitkonto melden?

Nein. Banken halten die Stammdaten aller Konten bereit, Finanzbehörden können sie über das Bundeszentralamt für Steuern im Kontenabrufverfahren abfragen. Eine eigene Meldepflicht für dich gibt es bei Konten in Deutschland nicht.

Bekomme ich auf das Zweitkonto auch einen Dispo?

Das entscheidet die Bank nach einer Schufa-Abfrage. Ohne Gehaltseingang auf diesem Konto gibt es oft keinen oder nur einen kleinen Rahmen. Für ein Zweitkonto ist das meist sogar besser.

Kann ich ein Zweitkonto bei derselben Bank eröffnen?

Bei vielen Banken ja, manche bieten dafür Unterkonten mit eigener IBAN an. Nachteil: Beide Konten hängen an derselben Bank, bei einer Störung oder Kontosperre bist du dann ohne Ausweichkonto.

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