Redaktion Kontenvergleich.net, geprüft im September 2026
Festgeld ist eine Geldanlage mit festem Zins und fester Laufzeit. Du legst einen Betrag für drei Monate, ein Jahr oder fünf Jahre bei einer Bank an, und sie zahlt dir den vereinbarten Zins bis zum letzten Tag, egal wie sich der Markt entwickelt. Vor Ablauf kommst du an das Geld in der Regel nicht heran. Die Liste oben zeigt, welche Banken für welche Laufzeit gerade gut zahlen.
Wie Festgeld funktioniert
Du eröffnest bei der Bank ein Festgeldkonto, oft zusammen mit einem Tagesgeldkonto als Verrechnungskonto. Dann überweist du den Anlagebetrag und wählst die Laufzeit. Ab dem vereinbarten Starttag läuft der Zins.
Während der Laufzeit passiert nichts. Du kannst nicht nachzahlen, nichts abheben, und die Bank kann den Zins nicht ändern. Am Ende zahlt sie dir das Kapital und die Zinsen aus oder legt es neu an, je nachdem, was du vereinbart hast.
Der Unterschied zum Tagesgeld liegt in einem Tausch. Du gibst die Verfügbarkeit auf und bekommst dafür Planbarkeit. Welche Variante für welchen Teil deines Geldes passt, klärt der Ratgeber Tagesgeld oder Festgeld mit einer Entscheidungstabelle.
Laufzeiten: von drei Monaten bis zehn Jahren
Die meisten Banken bieten Laufzeiten zwischen drei Monaten und fünf Jahren an, einige auch sieben oder zehn Jahre. Wähle die Laufzeit nach deinem Bedarf, nicht nach dem höchsten Zins.
| Laufzeit | Passt, wenn … | Achte auf |
|---|---|---|
| 3 bis 6 Monate | du einen Betrag kurz parken willst, etwa bis zur Steuerzahlung oder zum Autokauf | Vorteil gegenüber Tagesgeld oft gering |
| 1 Jahr | du das Geld sicher ein Jahr nicht brauchst | beliebteste Laufzeit, viel Auswahl |
| 2 bis 3 Jahre | ein Ziel mit festem Datum ansteht | Zinsabstand zu einem Jahr prüfen |
| 4 bis 5 Jahre | du einen Teil deiner Rücklagen langfristig sichern willst | du kommst lange nicht heran |
| 7 bis 10 Jahre | du sehr langfristig planst und keine Kursschwankung willst | Inflationsrisiko über lange Zeit |
Eine einfache Regel hilft: Leg nur so lange fest, wie du sicher bist, das Geld nicht zu brauchen. Ein Notgroschen gehört nie ins Festgeld.
Zinsstruktur: warum lange Laufzeiten nicht immer mehr bringen
Normalerweise zahlen Banken für längere Laufzeiten mehr Zins. Du bindest dich länger, dafür gibt es einen Aufschlag. Diese Kurve kann aber flach sein oder sich sogar umkehren. Dann zahlt ein Jahr Festgeld genauso viel oder mehr als fünf Jahre.
Das passiert, wenn der Markt sinkende Zinsen erwartet. Die Bank will sich dann nicht lange zu einem hohen Satz verpflichten. In Phasen steigender Leitzinsen ist es oft umgekehrt, und lange Laufzeiten ziehen stärker an.
Die EZB hat ihren Einlagensatz im Juni und im September 2026 angehoben. Seit dem 16. September 2026 liegt er bei 2,50 %. Festgeldzinsen reagieren darauf oft schneller als Tagesgeldzinsen, weil Banken sich über Festgeld planbar finanzieren. Was daraus für die kommenden Jahre folgt, kann niemand sicher sagen.
Wer nicht auf eine Zinsprognose wetten will, verteilt das Geld über mehrere Laufzeiten. Dazu gleich mehr bei der Festgeldtreppe.
Zinsauszahlung: jährlich oder am Ende
Bei Laufzeiten über ein Jahr gibt es zwei Modelle. Entweder zahlt die Bank die Zinsen jedes Jahr aus, oder sie schreibt sie dem Festgeld zu und zahlt alles am Ende. Beim zweiten Modell verzinsen sich die Zinsen mit.
Der Zinseszins ist dabei selten der Grund für eine Wahl. Wichtiger ist die Steuer. Zinsen werden in dem Jahr versteuert, in dem du sie bekommst.
Bei kleineren Beträgen oder wenn dein Freibetrag ohnehin nicht ausgeschöpft wird, spielt der Unterschied keine Rolle. Wie viel Zinsen dein Betrag über die gewählte Laufzeit bringt, rechnest du mit dem Festgeldrechner aus.
Kündigung: kommst du vorher an dein Geld?
In der Regel nicht. Festgeld ist gerade deshalb höher verzinst, weil die Bank fest mit deinem Geld planen kann. Ein Recht auf vorzeitige Kündigung sehen die meisten Verträge nicht vor.
Manche Banken lassen trotzdem mit sich reden. Sie zahlen dann vorzeitig aus, behalten aber einen Teil der Zinsen ein oder berechnen eine Vorfälligkeitsgebühr. Andere erlauben die Auflösung nur im Todesfall. Ob und zu welchen Bedingungen deine Bank eine Ausnahme macht, steht in den Bedingungen für das Festgeld.
Rechne im Zweifel so, als gäbe es keinen Ausweg. Brauchst du vielleicht doch früher Geld, nimm eine kürzere Laufzeit oder baue eine Treppe. Wenn es schon passiert ist, hilft dir der Ratgeber Festgeld vorzeitig kündigen mit den Möglichkeiten, die dir dann noch bleiben.
Prolongation: was am Laufzeitende passiert
Endet die Laufzeit, gibt es zwei Möglichkeiten. Die Bank überweist das Geld auf dein Verrechnungs- oder Referenzkonto, oder sie legt es automatisch erneut an. Diese automatische Verlängerung heißt Prolongation.
Die Prolongation ist bequem, hat aber einen Haken. Die neue Anlage läuft meist zum dann gültigen Zins der Bank, und der kann unter dem liegen, was andere Banken zahlen. Außerdem ist das Geld wieder für die volle Laufzeit gebunden.
Prüfe deshalb bei jedem Festgeld zwei Dinge:
- Was die Bank bei Ablauf standardmäßig macht: auszahlen oder verlängern.
- Bis wann du die Einstellung ändern kannst. Oft geht das nur bis wenige Tage vor dem Ende.
Trag dir das Enddatum mit etwas Vorlauf in den Kalender ein. Dann entscheidest du selbst, ob du bei der Bank bleibst. Mehr zu den Fristen und typischen Klauseln steht im Ratgeber zur Festgeld-Verlängerung.
Die Festgeldtreppe
Mit einer Treppe teilst du deinen Anlagebetrag auf mehrere Laufzeiten auf. So wird regelmäßig ein Teil frei, und du musst nicht auf den richtigen Zeitpunkt für die ganze Summe setzen.
Die Treppe verbindet zwei Ziele, die sich sonst widersprechen: den höheren Zins langer Laufzeiten und regelmäßigen Zugriff. Wie viele Stufen sinnvoll sind und wie du die Treppe bei mehreren Banken verteilst, erklärt der Ratgeber zur Zinstreppe.
Festgeld bei Banken im EU-Ausland
Ein großer Teil der Spitzenzinsen kommt von Banken aus anderen EU-Ländern. Du legst dort entweder direkt an oder über eine Zinsplattform, die dir mit einem Konto Zugang zu vielen Banken gibt.
Die gesetzliche Sicherung beträgt auch dort 100.000 € je Person und Bank. Zuständig ist aber die Einlagensicherung des Heimatlandes, und im Ernstfall wendest du dich dorthin. Welches System gilt, steht im Informationsbogen für den Einleger, den die Bank vor dem Abschluss aushändigen muss.
Steuerlich ist Auslandsfestgeld aufwendiger. Die ausländische Bank behält meist keine deutsche Abgeltungsteuer ein, und dein Freistellungsauftrag wirkt dort nicht. Du gibst die Zinsen in der Anlage KAP an. Einige Länder erheben eine Quellensteuer, die du dir anrechnen oder zurückholen musst. Bei mehrjährigem Festgeld mit Zinsen am Ende kommt das in einem einzigen Jahr zusammen, rechne das vorher durch.
Bei Banken aus Ländern ohne Euro achte darauf, in welcher Währung das Konto geführt wird. Ein Wechselkursverlust frisst den Zinsvorteil schnell auf. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Tagesgeld im Ausland, sie gelten für Festgeld genauso.
Große Beträge: auf mehrere Banken verteilen
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt 100.000 € je Person und Bank. Zinsen, die während der Laufzeit auflaufen, zählen mit. Legst du 98.000 € für fünf Jahre an, kann das Guthaben mit Zinsen die Grenze überschreiten, bevor die Anlage endet.
Plane deshalb mit Abstand zur Grenze und verteile größere Summen auf mehrere Banken. Das lässt sich gut mit einer Treppe verbinden: jede Stufe bei einer anderen Bank. Welche Sonderregeln für kurzfristig hohe Guthaben gelten, etwa nach einem Hausverkauf, steht im Ratgeber zur Einlagensicherung.
Was nach Steuer und Inflation übrig bleibt
Der Zins auf dem Kontoauszug ist nicht dein Ertrag. Davon gehen Steuern ab, sobald dein Sparerpauschbetrag aufgebraucht ist, und die Inflation nagt am Wert des ganzen Betrags. Was danach bleibt, heißt Realzins.
Festgeld schützt dein Geld also vor Kursverlusten, nicht zuverlässig vor der Teuerung. Das ist kein Grund, darauf zu verzichten. Es ist aber ein Grund, lange Laufzeiten mit niedrigem Zins kritisch zu sehen. Wie du den Realzins für deine Situation abschätzt, erklärt der Ratgeber zum Sparen bei Inflation.
Schritt für Schritt zum Festgeld
- Laufzeit festlegen. Frag dich, wann du das Geld frühestens brauchen könntest, und bleib darunter.
- Angebote vergleichen. Schau in der Liste auf Zins, Mindestbetrag und Art der Zinszahlung.
- Bank prüfen. Sitz, Einlagensicherung und Rating stehen im Informationsbogen für den Einleger.
- Konto eröffnen. Die Legitimation per Video oder Online-Ausweis dauert meist wenige Minuten. Halte die IBAN deines Girokontos bereit.
- Geld überweisen und Anlage bestätigen. Bei manchen Banken musst du die Festgeldanlage nach dem Geldeingang noch einmal ausdrücklich im Online-Banking starten.
- Ablauf regeln. Stell ein, ob die Bank am Ende auszahlt oder verlängert, und notiere dir das Datum.
Der fünfte Schritt wird gern übersehen. Liegt dein Geld nur auf dem Verrechnungskonto, bekommt es den Tagesgeldzins der Bank und nicht den Festgeldzins, bis du die Anlage auslöst.
Checkliste vor dem Abschluss
- Du brauchst das Geld sicher nicht vor dem Laufzeitende.
- Dein Notgroschen liegt getrennt auf einem Tagesgeldkonto.
- Der Betrag liegt zusammen mit anderen Guthaben bei dieser Bank unter 100.000 €.
- Du kennst Sitz und Einlagensicherung der Bank.
- Du weißt, ob die Zinsen jährlich oder am Ende kommen, und hast die Steuer bedacht.
- Du weißt, was bei Ablauf passiert, und hast das Datum notiert.
- Dein Freistellungsauftrag ist passend verteilt, bei Banken im Ausland planst du die Anlage KAP ein.
Für wen Festgeld sich rechnet
Festgeld passt zu Geld, dessen Zeitplan du kennst. Das kann der Betrag für die Wohnungsrenovierung in zwei Jahren sein, das Polster, das du für die Rente zurücklegst, oder einfach der Teil deiner Ersparnisse, den du auch im Notfall nicht anfassen würdest.
Es passt nicht zu Geld, das du jederzeit brauchen könntest. Dafür ist Tagesgeld da. Und für Ziele in fünfzehn oder zwanzig Jahren bringt Festgeld nach Steuern und Inflation oft wenig, dort kommen Anlagen mit höherer Renditechance und mehr Schwankung infrage. Wer das ruhige Gefühl eines festen Zinses schätzt, kombiniert: ein Tagesgeldkonto für die Reserve, darüber eine Treppe aus Festgeld.
Häufige Fragen
Was passiert mit meinem Festgeld, wenn die Zinsen während der Laufzeit steigen?
Nichts. Dein Zins bleibt bis zum Ende der Laufzeit gleich, auch wenn neue Angebote mehr zahlen. Umgekehrt schützt dich derselbe Mechanismus, wenn die Zinsen fallen. Genau dafür schließt du Festgeld ab.
Gibt es beim Festgeld einen Mindestbetrag?
Meistens ja. Er liegt je nach Bank zwischen wenigen hundert und einigen tausend Euro. Einen Höchstbetrag gibt es ebenfalls häufig. Die genauen Werte stehen bei jedem Angebot in der Liste oben.
Kann ich auf ein laufendes Festgeldkonto nachzahlen?
In der Regel nicht. Festgeld wird einmal zu Beginn eingezahlt. Für zusätzliches Geld eröffnest du eine neue Anlage, meist mit wenigen Klicks im selben Online-Banking.
Brauche ich für Festgeld ein Tagesgeldkonto bei derselben Bank?
Bei vielen Banken ja. Das Tagesgeldkonto dient dann als Verrechnungskonto: Von dort geht das Geld ins Festgeld, und dorthin fließen Zinsen und Rückzahlung. Kosten verursacht das keine. Andere Banken zahlen direkt auf dein Referenzkonto aus.
Ist Festgeld eine sichere Geldanlage?
Beim Nennwert ja: Du bekommst am Ende den eingezahlten Betrag plus Zinsen, und bis 100.000 € je Person und Bank schützt dich die gesetzliche Einlagensicherung. Ein Risiko bleibt die Inflation. Steigen die Preise stärker als dein Zins nach Steuern, verliert das Geld an Kaufkraft.
Wie wird Festgeld besteuert, wenn die Zinsen erst am Ende kommen?
Die Zinsen werden in dem Jahr versteuert, in dem sie dir gutgeschrieben werden. Bei mehrjährigem Festgeld mit Auszahlung am Ende kommen alle Zinsen in einem Jahr zusammen und überschreiten leicht den Sparerpauschbetrag. Jährliche Zinszahlung verteilt die Steuerlast.
Was ist der Unterschied zwischen Festgeld und Sparbrief?
Wirtschaftlich kaum einer: Beide haben einen festen Zins und eine feste Laufzeit. Rechtlich ist der Sparbrief ein Wertpapier oder eine Urkunde, Festgeld eine Kontoeinlage. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Sparbrief oder Festgeld.
Kann ich Festgeld gemeinsam mit meinem Partner anlegen?
Ja, viele Banken bieten Gemeinschaftskonten an. Dann hat jeder Inhaber einen eigenen Anspruch auf die Einlagensicherung, zu zweit sind das bis 200.000 €. Für die Steuer könnt ihr einen gemeinsamen Freistellungsauftrag über 2.000 € erteilen, wenn ihr zusammen veranlagt werdet.