Eine Zinstreppe (auch Festgeldtreppe) teilt deinen Sparbetrag in mehrere gleich große Teile und legt jeden als Festgeld mit einer anderen Laufzeit an, zum Beispiel ein, zwei, drei und vier Jahre. Jedes Jahr wird eine Stufe fällig. Diese Stufe legst du dann neu für die längste Laufzeit an. Nach dem Aufbau läuft jede Stufe mit dem Zins einer langen Laufzeit, und trotzdem kommst du jedes Jahr an einen Teil deines Geldes.
Das klingt nach Buchhaltung. In der Praxis sind es ein paar Minuten im Jahr.
Wofür die Zinstreppe gut ist
Wer sein ganzes Erspartes auf einmal für vier Jahre festlegt, hat zwei Probleme. Er kommt vier Jahre nicht ran, und er hat den Zeitpunkt auf gut Glück gewählt. Steigen die Zinsen kurz nach dem Abschluss, schaut er zu.
Legt er stattdessen alles für ein Jahr an, bleibt er flexibel. Er bekommt aber meist weniger Zins als bei längeren Laufzeiten und muss jedes Jahr neu entscheiden, zu dem Zins, der gerade gilt.
Die Treppe liegt dazwischen. Sie mischt kurze und lange Laufzeiten und glättet so das Zinsrisiko: Ein Teil deines Geldes steckt immer in älteren Anlagen, ein Teil geht regelmäßig zu neuen Konditionen raus.
Beispiel: 20.000 € in vier Stufen
Die Zinsen in dieser Tabelle sind ausgedacht und zeigen nur das Prinzip. Aktuelle Werte findest du in der Liste auf der Festgeld-Seite.
| Stufe | Betrag | Laufzeit | Zins (Beispiel) | Zinsen bis Fälligkeit | Fällig nach |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 5.000 € | 1 Jahr | 1,8 % | 90,00 € | 1 Jahr |
| 2 | 5.000 € | 2 Jahre | 2,0 % | 202,00 € | 2 Jahren |
| 3 | 5.000 € | 3 Jahre | 2,2 % | 337,31 € | 3 Jahren |
| 4 | 5.000 € | 4 Jahre | 2,3 % | 476,11 € | 4 Jahren |
Die Zinsen sind mit jährlicher Gutschrift und Zinseszins gerechnet, vor Steuern.
Nach einem Jahr wird Stufe 1 fällig. Du nimmst die 5.090 € und legst sie für vier Jahre an. Nach zwei Jahren das Gleiche mit Stufe 2. Nach vier Jahren ist die Treppe fertig aufgebaut:
| Jahr | Was fällig wird | Neu anlegen für |
|---|---|---|
| 1 | Stufe 1 | 4 Jahre |
| 2 | Stufe 2 | 4 Jahre |
| 3 | Stufe 3 | 4 Jahre |
| 4 | Stufe 4 | 4 Jahre |
| 5 | neu angelegte Stufe 1 | 4 Jahre |
Ab dem fünften Jahr läuft jede Stufe vier Jahre, und jedes Jahr wird trotzdem eine davon frei. Du bekommst die Zinsen der langen Laufzeit, aber mit der Verfügbarkeit einer einjährigen Anlage für ein Viertel des Geldes.
Schritt für Schritt aufbauen
- Betrag festlegen. Nur Geld, das du im Zweifel für die volle Laufzeit entbehren kannst. Der Notgroschen bleibt auf dem Tagesgeld.
- Zahl der Stufen wählen. Vier Stufen mit je einem Jahr Abstand sind ein guter Start. Bei höherem Betrag gehen auch fünf, bei kleinerem drei.
- Angebote je Laufzeit vergleichen. Die beste Bank für ein Jahr ist oft nicht die beste für vier Jahre.
- Einlagensicherung beachten. Pro Bank sind 100.000 € gesetzlich geschützt. Liegen mehrere Stufen bei derselben Bank, zählen sie zusammen. Details im Ratgeber zur Einlagensicherung.
- Fälligkeiten im Kalender eintragen. Mit Erinnerung vier Wochen vorher, damit du Zeit zum Vergleichen hast.
- Anschluss festlegen. Sag der Bank vor Fälligkeit, dass das Geld auf dein Referenzkonto soll. Sonst verlängert sie womöglich automatisch zu schlechteren Zinsen. Wie das abläuft, steht im Ratgeber zur Festgeld-Verlängerung.
Steuern: Zinsen über die Jahre verteilen
Ein Nebeneffekt der Treppe wird oft übersehen. Bei manchen Festgeldern schreibt die Bank die Zinsen erst am Ende der Laufzeit gut. Steuerlich zählen sie dann komplett in diesem Jahr. Ein großes vierjähriges Festgeld kann so in einem einzigen Jahr deinen Sparerpauschbetrag von 1.000 € sprengen, obwohl der Betrag über die Jahre verteilt locker gereicht hätte.
Die Treppe verteilt die Zinsgutschriften auf mehrere Jahre. Achte zusätzlich auf Angebote mit jährlicher Zinsauszahlung und stelle bei jeder Bank einen passenden Freistellungsauftrag.
Typische Fehler
- Zu viele Stufen mit zu kleinen Beträgen. Mindestanlagen von einigen tausend Euro sind verbreitet, und jede Stufe will verwaltet werden.
- Treppe ohne Puffer. Wer sein ganzes Geld in die Treppe steckt, muss bei einer Notlage doch vorzeitig auflösen. Das kostet meist Zinsen, siehe Festgeld vorzeitig kündigen.
- Automatische Verlängerung übersehen. Dann läuft eine Stufe plötzlich zu einem Zins, den du nie gewählt hättest.
- Die längste Stufe zu lang wählen. Über fünf Jahre hinaus steigen die Zinsen oft kaum noch, die Bindung aber schon.
Wann sich eine Treppe nicht lohnt
Bei einer flachen Zinskurve, wenn lange Laufzeiten kaum mehr bringen als kurze, verliert die Treppe ihren Vorteil. Dann ist Tagesgeld mit voller Flexibilität oft die entspanntere Wahl. Ob das gerade so ist, erkennst du im Vergleich von Tagesgeld oder Festgeld: Liegt der Zins für vier Jahre nur wenige Zehntel über dem Tagesgeld, zahlt sich die Bindung selten aus.
Auch für Geld mit festem Termin brauchst du keine Treppe. Weißt du, dass du in drei Jahren 15.000 € für ein Auto brauchst, legst du genau diesen Betrag für genau diese Laufzeit an.
Aktuelle Angebote: Festgeld
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Stand der Konditionen: 21.9.2026 Sortiert nach dem Zins für 1 Jahr Laufzeit, bei Gleichstand nach den längeren Laufzeiten So vergleichen wir
Häufige Fragen
Wie viele Stufen sollte eine Zinstreppe haben?
Das hängt vom Betrag und davon ab, wie oft du an Geld kommen willst. Drei bis fünf Stufen mit je einem Jahr Abstand sind üblich. Bei kleinen Beträgen unter einigen tausend Euro je Stufe lohnt der Aufwand kaum, weil manche Banken Mindestanlagesummen verlangen.
Muss jede Stufe bei einer anderen Bank liegen?
Nein. Es kann einfacher sein, alle Stufen bei einer Bank anzulegen, wenn sie für alle Laufzeiten gute Zinsen bietet. Verteilen lohnt sich, wenn verschiedene Banken bei verschiedenen Laufzeiten vorn liegen oder dein Gesamtbetrag über 100.000 € je Bank steigt.
Was mache ich, wenn die Zinsen während der Treppe stark fallen?
Dann legst du die frei werdenden Stufen zu niedrigeren Zinsen an. Die länger laufenden Stufen behalten ihre alten, höheren Zinsen, und genau das ist der Sinn der Treppe. Du kannst die Stufen auch vorübergehend kürzer anlegen oder auf Tagesgeld parken, bis sich die Lage klärt.
Gibt es fertige Zinstreppen bei Banken?
Einige Banken und Zinsplattformen bieten Pakete an, die mehrere Laufzeiten bündeln. Prüfe dabei die Zinsen jeder einzelnen Stufe. Ein Paket ist nicht automatisch besser als eine selbst gebaute Treppe mit den jeweils besten Angeboten.