Kostenloses Girokonto ohne Bedingungen: Was es noch gibt

Ein Girokonto ganz ohne Bedingung und ohne Grundgebühr gibt es noch, aber nur bei wenigen Banken, und meist mit Einschränkungen an anderer Stelle. So findest du es und so prüfst du es.

Redaktion Kontenvergleich.net Stand: 4 Minuten Lesezeit

Ein kostenloses Girokonto ohne Bedingungen ist ein Konto, das keine Grundgebühr kostet, ohne dass du einen Mindestgeldeingang, ein Alter oder eine Zahl an Kartenzahlungen nachweisen musst. Solche Konten gibt es noch, vor allem bei einigen Direktbanken und Smartphone-Banken. Sie sparen aber oft an anderer Stelle: keine Girocard, Bargeld nur gegen Gebühr, keine Einzahlung. Welche Angebote aktuell ohne Bedingung laufen, siehst du in unserem Girokonto-Vergleich, dort steht die Bedingung direkt am Angebot.

Die üblichen Bedingungen und was sie bedeuten

Die meisten Banken werben mit „kostenlos“ und meinen „kostenlos, wenn …“. Diese Varianten begegnen dir am häufigsten:

Bedingung So klingt sie Worauf du achtest
Mindestgeldeingang „ab 700 € Geldeingang im Monat“ (Beispielwert) Zählt jede Gutschrift oder nur Gehalt und Rente?
Aktivkonto „bei mindestens X Kartenzahlungen im Monat“ Zählen Zahlungen mit dem Handy mit?
Altersgrenze „für alle unter 28“ Was passiert am Stichtag?
Digitale Nutzung „bei Onlinebanking und elektronischem Postfach“ Kosten für Papierüberweisungen und Auszüge per Post
Treueregel „kostenlos im ersten Jahr“ Preis ab dem zweiten Jahr

Die Geldeingangsbedingung ist die häufigste. Für Angestellte mit festem Gehalt ist sie kein Problem. Heikel wird sie, wenn das Einkommen schwankt, wenn du Elterngeld oder Arbeitslosengeld bekommst oder wenn das Konto nur ein Zweitkonto ist.

Was „ohne Bedingung“ oft kostet

Ein Konto ohne Grundgebühr muss sich für die Bank trotzdem rechnen. Deshalb lohnt der Blick auf die Posten neben der Kontoführung. Die üblichen Stellen:

  • Karte: Die Debitkarte ist meist gratis, die Girocard kostet bei manchen Banken extra oder fehlt ganz.
  • Bargeld: Kostenlose Abhebungen sind begrenzt, danach wird jede Abhebung berechnet.
  • Einzahlung: Bargeld einzahlen geht nur über Partner und oft gegen Gebühr.
  • Dispo: Ohne regelmäßigen Geldeingang räumen manche Banken gar keinen Dispo ein, oder nur einen kleinen.
  • Zusatzleistungen: Ersatzkarte, zweite Karte, Kontoauszug auf Papier.

Prüfliste: Ist das Konto wirklich ohne Bedingung kostenlos?

Nimm dir das Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank vor. Dazu ist jede Bank verpflichtet, außerdem muss sie dir vor Vertragsschluss eine standardisierte Entgeltinformation geben (§ 5 ZKG). Dort stehen die Preise in derselben Form wie bei allen anderen Banken. Geh dann diese Fragen durch:

  1. Steht bei der Kontoführung 0 €, ohne Sternchen und ohne „bei“?
  2. Gibt es eine zeitliche Grenze („im ersten Jahr“, „bis zum 28. Geburtstag“)?
  3. Was kostet die Karte, die du nutzen willst, im Jahr?
  4. Wie viele Abhebungen sind frei, und was kostet jede weitere?
  5. Kannst du Bargeld einzahlen, und was kostet das?
  6. Was kostet eine Überweisung, die nicht online erfolgt?
  7. Wie hoch ist der Dispozins, falls du ihn brauchst?
  8. Was kostet die Karte im Nicht-Euro-Ausland?

Wenn du alle Fragen beantwortet hast, kennst du den echten Preis. Meist sind es zwei oder drei Posten, die für dich zählen, der Rest betrifft dich nie.

Für wen die Bedingung egal ist

Wer ein festes Gehalt über der Schwelle bekommt und es aufs Konto überweisen lässt, erfüllt die häufigste Bedingung ohne jeden Aufwand. Für diese Leute ist die Suche nach einem bedingungslosen Konto vergeudete Zeit. Wichtiger sind dann Karte, Bargeld und Dispozins.

Die Bedingung wird dann wichtig, wenn sich dein Leben ändert. Elternzeit mit geringerem Elterngeld, Arbeitslosigkeit, Rente, die auf ein anderes Konto geht, Selbstständigkeit. Dann springt die Gebühr an, genau in dem Moment, in dem du jeden Euro brauchst.

Der Trick mit dem Dauerauftrag

Manche Kunden erfüllen die Geldeingangsbedingung mit einem Dauerauftrag vom eigenen Zweitkonto: Das Geld geht am Monatsanfang rein und am nächsten Tag wieder raus. Ob das klappt, hängt allein am Wortlaut der Bedingung.

Heißt es „Geldeingang“ oder „Gutschrift“, zählt meist jede Überweisung. Heißt es „Gehalts- oder Renteneingang“ oder „Eingang von Dritten“, zählt deine eigene Überweisung nicht. Einige Banken schließen Überweisungen von eigenen Konten ausdrücklich aus. Und die Bank kann die Bedingung für die Zukunft ändern, wenn du zustimmst. Verlass dich also nicht dauerhaft darauf.

Welche Kontoart zu welchem Fall passt

  • Festes Gehalt, wenig Bargeld: Direktbank mit Geldeingangsbedingung. Die Bedingung erfüllst du automatisch.
  • Schwankendes Einkommen: Konto ohne jede Bedingung, auch wenn es bei Bargeld Abstriche gibt.
  • Unter 28: Jugend- oder Studentenkonto, aber mit Blick auf den Stichtag.
  • Viel Bargeld: Lieber ein günstiges Filialkonto mit Grundgebühr als ein kostenloses Konto, bei dem jede Abhebung kostet.
  • Schulden oder Schufa-Eintrag: Hier ist oft nicht der Preis das Problem, sondern die Zusage. Lies dazu den Ratgeber Girokonto ohne Schufa.

Ein Konto, das heute ohne Bedingung kostenlos ist, bleibt das nicht zwingend. Banken ändern ihre Modelle, und mit deiner Zustimmung dürfen sie das. Wenn die Mail mit neuen Preisen kommt, stimm nicht reflexhaft zu. Schau vorher in die Liste.

Aktuelle Angebote: Girokonto

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  1. C24 Bank

    C24 Smart

    Kosten im Jahr0,00 €
    Monatspreis ohne Bedingung0,00 €
    Kostenlos beiohne Bedingung
    Karte inklusiveMastercard Debit
    Dispozinsab 7,49 %
    Bargeld4-mal im Monat frei

    Für dich, wenn du ein App-Konto ohne Gehaltsbedingung willst und mit vier Abhebungen im Monat auskommst.

  2. DKB

    Girokonto Unser Tipp für Reisende

    Kosten im Jahr0,00 €
    Monatspreis ohne Bedingung4,50 €
    Kostenlos bei700 € Eingang, unter 28
    Karte inklusiveVisa Debit
    Dispozins7,91 %
    BargeldWeltweit frei (Aktiv)

    Für dich, wenn regelmäßig mindestens 700 € eingehen und du auch außerhalb des Euroraums zahlst und abhebst.

  3. comdirect

    Girokonto Aktiv

    Kosten im Jahr0,00 €
    Monatspreis ohne Bedingung4,90 €
    Kostenlos bei700 € Eingang oder Nutzung
    Karte inklusiveVisa Debit
    Dispozins8,90 %
    Bargeld3-mal im Monat frei

    Für dich, wenn du Konto und Depot bei einer Bank willst und gelegentlich mit dem Handy bezahlst.

Stand der Konditionen: 21.9.2026 Sortiert nach Kosten im Jahr bei 1.000 € Geldeingang im Monat, bei Gleichstand nach Dispozins So vergleichen wir

Alle 13 Angebote im Vergleich

Häufige Fragen

Warum bieten Banken überhaupt kostenlose Konten an?

Das Girokonto ist für Banken das Tor zum Kunden. Wer dort sein Gehalt hat, schließt eher auch Kredit, Depot oder Kreditkarte ab. Die Bank verdient außerdem an Kartenzahlungen, am Dispo und an Guthaben, für das sie keine Zinsen zahlt.

Kann die Bank ein kostenloses Konto später kostenpflichtig machen?

Ja, aber nur mit deiner Zustimmung. Seit dem BGH-Urteil vom 27. April 2021 zählt Schweigen nicht mehr als Einverständnis. Lehnst du ab, darf die Bank mit zwei Monaten Frist kündigen. Dann bleibt Zeit für einen Wechsel.

Ist ein Konto bei einer ausländischen Bank eine gute Alternative?

Es kann eine sein. Eine IBAN aus einem anderen EU-Land darf von Arbeitgebern, Behörden und Händlern nicht abgelehnt werden, das verbietet die SEPA-Verordnung. Prüfe aber die Einlagensicherung des Heimatlandes. Und rechne damit, dass du Zinsen selbst in der Steuererklärung angeben musst, weil ausländische Banken meist keine deutsche Abgeltungsteuer abführen. Mehr im Ratgeber Einlagensicherung.

Lohnt sich ein kostenloses Zweitkonto neben dem Hauptkonto?

Oft ja, etwa als Reisekonto oder als Puffer für den Fall, dass eine Karte gesperrt ist. Weil kein Gehalt darauf eingeht, muss es ohne Geldeingangsbedingung auskommen. Mehr im Ratgeber Zweitkonto.

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