Girokonto ohne Schufa: Welche Wege es wirklich gibt

Mit einem negativen Schufa-Eintrag bekommst du trotzdem ein Girokonto. Das Gesetz garantiert dir das Basiskonto, und daneben gibt es Konten, bei denen die Bank gar nicht erst fragt.

Redaktion Kontenvergleich.net Stand: 4 Minuten Lesezeit

Ein Girokonto ohne Schufa bekommst du auf drei Wegen: als Basiskonto, auf das jeder Verbraucher in der EU einen gesetzlichen Anspruch hat, als Konto auf Guthabenbasis bei einer Bank, die dich trotz Eintrag aufnimmt, oder bei einer Bank aus dem EU-Ausland, die keine Schufa-Abfrage macht. Einen Dispo bekommst du auf diesen Wegen fast nie. Das ist aber auch ein Schutz, denn ein Konto, das nicht ins Minus rutschen kann, macht keine neuen Schulden.

Warum Banken die Schufa fragen

Bei der Kontoeröffnung holt die Bank fast immer eine Auskunft ein. Sie will wissen, ob es dich gibt, ob schon Konten gekündigt wurden und ob Zahlungen ausgefallen sind. Wichtig wird das für den Dispo und für die Kreditkarte, denn beides ist Kredit.

Ein negativer Eintrag heißt deshalb nicht automatisch Ablehnung. Viele Banken sagen Nein, weil ihr Standardkonto immer mit Dispo kommt. Andere eröffnen das Konto, nur ohne Kreditrahmen. Frag bei der Filialbank vor Ort gezielt nach einem „Konto auf Guthabenbasis“.

Bevor du irgendetwas beantragst, schau dir deine Daten an. Die Schufa muss dir eine kostenlose Datenkopie geben, das regelt Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung. Falsche Einträge kannst du berichtigen oder löschen lassen, und erledigte Forderungen verschwinden nach festen Fristen. Wie das geht, steht im Ratgeber Schufa-Auskunft kostenlos.

Weg 1: Das Basiskonto

Jede Bank, die Girokonten für Verbraucher anbietet, muss dir ein Basiskonto eröffnen, wenn du dich rechtmäßig in der EU aufhältst (§ 31 Zahlungskontengesetz). Das gilt ausdrücklich auch für Menschen ohne festen Wohnsitz, für Asylsuchende und für Geduldete.

Die Schufa spielt dabei keine Rolle. Die Bank darf nur ablehnen, wenn du schon ein nutzbares Konto in Deutschland hast, wenn du in den letzten drei Jahren wegen einer Straftat gegen diese Bank verurteilt wurdest oder wenn sie dir dort in den letzten zwölf Monaten ein Basiskonto wegen Zahlungsverzugs gekündigt hat. Dazu kommen Gründe aus dem Geldwäschegesetz.

Das Basiskonto kann alles, was ein normales Girokonto kann: Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften, Karte, Bargeld. Nur ein Dispo gehört nicht dazu. Den Ablauf, die Fristen und was du tust, wenn die Bank sich sperrt, beschreibt der Ratgeber Basiskonto.

Der Nachteil: Basiskonten sind oft nicht billig. Die Gebühr muss angemessen sein und darf sich an den üblichen Kontopreisen der Bank orientieren. Ein kostenloses Konto ist es selten.

Weg 2: Konto auf Guthabenbasis bei einer normalen Bank

Einige Banken eröffnen dir trotz Eintrag ein normales Konto, nur ohne Dispo. Welche das sind, ändert sich und hängt oft am Einzelfall. Das spricht dafür, zuerst die Bank zu fragen, bei der du vielleicht noch ein Sparbuch oder ein altes Konto hast.

Der Vorteil gegenüber dem Basiskonto: Du bekommst die üblichen Preise, oft auch ein kostenloses Konto. Den Überblick über die Preise gibt der Girokonto-Vergleich.

Weg 3: Banken aus dem EU-Ausland

Einige Banken und Zahlungsdienstleister mit Sitz in einem anderen EU-Land fragen keine deutsche Schufa ab. Die IBAN beginnt dann nicht mit DE. Das ist kein Problem: Arbeitgeber, Vermieter, Behörden und Händler müssen eine IBAN aus dem SEPA-Raum akzeptieren, so steht es in der SEPA-Verordnung der EU.

Zwei Punkte solltest du vorher prüfen:

  • Einlagensicherung: Guthaben ist in der EU bis 100.000 € geschützt, aber über das Sicherungssystem des Heimatlandes. Manche Anbieter sind keine Bank, sondern ein E-Geld-Institut. Dann greift die Einlagensicherung nicht, das Geld wird nur getrennt verwahrt. Mehr dazu im Ratgeber Einlagensicherung.
  • Pfändungsschutz: Ein P-Konto nach deutschem Recht bieten Anbieter aus dem Ausland oft nicht an. Droht dir eine Pfändung, ist ein deutsches Basiskonto als P-Konto die sicherere Wahl.

Vorsicht bei „Konto ohne Schufa“ gegen Gebühr

Im Netz werben Vermittler mit Konten „ohne Schufa, garantiert“. Oft stecken hohe Eröffnungsgebühren, teure Nachnahmesendungen oder Konten bei Banken dahinter, die du selbst kostenlos hättest eröffnen können.

Welcher Weg zu deiner Lage passt

Deine LageSinnvoller Weg
Alter oder erledigter EintragErst Schufa-Datenkopie prüfen, Fehler korrigieren lassen, dann normales Konto
Aktueller Eintrag, keine PfändungBei der Hausbank nach Guthabenkonto fragen, sonst Basiskonto
Pfändung läuft oder drohtBasiskonto bei einer deutschen Bank, als P-Konto geführt
Kein fester Wohnsitz, gerade eingereistBasiskonto mit Anspruch nach § 31 ZKG
Zweitkonto für Onlinekäufe, Konto vorhandenKonto bei einer Bank aus dem EU-Ausland oder Prepaid-Karte

Ein Konto ohne Dispo hat einen Nebeneffekt, der vielen hilft: Es lässt keine neuen Schulden zu. Wer gerade Ordnung in seine Finanzen bringt, fährt damit oft besser. Wenn die Schufa sich wieder erholt hat, kannst du jederzeit zu einem normalen Konto wechseln. Tipps dafür stehen im Ratgeber Schufa-Score verbessern.

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Häufige Fragen

Fragt jede Bank bei der Kontoeröffnung die Schufa ab?

Die meisten deutschen Banken tun das, auch für ein Konto ohne Dispo. Sie prüfen damit Identität und Zahlungsverhalten. Ein Eintrag führt aber nicht bei jeder Bank automatisch zur Ablehnung, vor allem dann nicht, wenn du keinen Dispo und keine Kreditkarte beantragst.

Sieht die Schufa, dass ich ein Basiskonto habe?

Die Bank darf bei der Auskunftei nachfragen, ob du schon ein nutzbares Konto hast (§ 35 ZKG). Ein Basiskonto selbst ist kein Negativmerkmal. Es wird wie jedes Girokonto geführt, nur mit Anspruch auf Eröffnung.

Hilft eine Prepaid-Kreditkarte statt Konto?

Nur als Ergänzung. Eine Prepaid-Karte hat meist keine eigene IBAN für Gehalt und Lastschriften, oder nur eingeschränkt. Für Onlinekäufe und Reisen ist sie brauchbar. Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarte ohne Schufa.

Bekomme ich ohne Schufa-Prüfung einen Dispo?

In der Regel nicht. Ein Dispo ist ein Kredit, und vor jedem Kredit muss die Bank deine Kreditwürdigkeit prüfen. Konten ohne Schufa-Abfrage laufen deshalb fast immer auf Guthabenbasis.

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