Tagesgeld für Kinder: Freibeträge, NV-Bescheinigung, Eigentum

Ein Tagesgeldkonto auf den Namen des Kindes spart oft Steuern. Dafür gehört das Geld dann dem Kind, und das hat Folgen, die viele Eltern erst später bemerken.

Redaktion Kontenvergleich.net Stand: 5 Minuten Lesezeit

Ein Tagesgeldkonto auf den Namen deines Kindes bringt 2026 Zinsen bis 1.000 € im Jahr ohne Abgeltungsteuer, wenn du für das Kind einen Freistellungsauftrag stellst. Mit einer NV-Bescheinigung vom Finanzamt bleiben sogar Kapitalerträge bis rund 13.384 € steuerfrei, sofern das Kind sonst kaum Einkünfte hat. Der Preis dafür: Das Geld gehört ab der Einzahlung dem Kind, nicht dir. Du verwaltest es nur, bis es 18 ist.

Ob sich das rechnet, hängt vor allem davon ab, ob du das Geld später vielleicht selbst brauchst. Die Steuer ist bei den meisten Familien der kleinere Punkt.

Wie viel Zinsen ein Kind steuerfrei bekommt

Ein Kind ist steuerlich eine eigene Person. Es hat denselben Sparerpauschbetrag wie ein Erwachsener und denselben Grundfreibetrag. Die Freibeträge der Eltern bleiben davon unberührt.

Freibetrag 2026HöheWofür
Sparerpauschbetrag1.000 €Kapitalerträge, per Freistellungsauftrag
Grundfreibetrag12.348 €gesamtes zu versteuerndes Einkommen
Sonderausgaben-Pauschbetrag36 €wird automatisch abgezogen
Summe mit NV-Bescheinigung13.384 €Kapitalerträge ohne Steuerabzug

Der Grundfreibetrag für 2026 steht in § 32a EStG. Er steigt fast jedes Jahr, prüfe den Wert also, bevor du eine NV-Bescheinigung für mehrere Jahre beantragst.

Freistellungsauftrag reicht meistens

Für normale Beträge auf dem Kinderkonto brauchst du nur einen Freistellungsauftrag über 1.000 € im Namen des Kindes. Bei gemeinsamem Sorgerecht unterschreiben beide Eltern. Die Bank zieht dann bis zu dieser Grenze keine Abgeltungsteuer ab.

Wann die NV-Bescheinigung dazukommt

Die Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) lohnt nur, wenn die Kapitalerträge des Kindes über 1.000 € im Jahr liegen. Das passiert etwa bei größeren Erbschaften, bei Geldgeschenken über Jahre oder wenn neben dem Tagesgeld ein Depot läuft. Den Antrag stellst du beim Finanzamt mit dem Vordruck NV 1 A. Die Bescheinigung gilt höchstens drei Jahre, danach beantragst du sie neu.

Hat dein Kind eigenes Einkommen, etwa aus einer Ausbildung, zählt das mit. Dann ist der Spielraum für Zinsen kleiner.

Krankenkasse und BAföG: die Grenzen neben der Steuer

Steuerfrei heißt nicht folgenlos. Zwei Grenzen übersehen Eltern häufig.

Familienversicherung. Ein Kind bleibt nur beitragsfrei bei dir in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichert, solange sein Gesamteinkommen 2026 nicht über 565 € im Monat liegt (vdek). Kapitalerträge zählen dabei nach Abzug des Sparerpauschbetrags mit. Grob gerechnet wird es ab etwa 7.780 € Zinsen im Jahr kritisch, dazu kommen Einkünfte aus Minijob oder Ausbildung. Für die allermeisten Kinderkonten ist das weit weg. Bei einer größeren Erbschaft plus Ausbildungsgehalt kann es knapp werden.

BAföG. Wer später studiert, muss sein Vermögen angeben. Nach § 29 BAföG bleiben für Studierende unter 30 Jahren 15.000 € frei. Was darüber liegt, mindert den Anspruch. Ein prall gefülltes Kinderkonto kann also später BAföG kosten. Das Geld auf dem Konto der Eltern zählt dagegen nicht als Vermögen des Kindes.

Wem das Geld auf dem Kinderkonto gehört

Hier liegt der eigentliche Unterschied zum Sparen auf dem eigenen Konto. Eröffnest du das Tagesgeld auf den Namen des Kindes und zahlst ein, schenkst du ihm das Geld. Du bist ab dann nur noch Verwalter.

Das bedeutet konkret:

  • Du darfst das Geld nicht für dich verwenden, auch nicht vorübergehend. Nach § 1649 BGB dürfen Eltern nur Überschüsse aus dem Kindesvermögen in engen Grenzen für den Familienunterhalt nutzen, das Kapital selbst bleibt tabu.
  • Eine einmal vollzogene Schenkung kannst du nicht einfach zurückholen, auch nicht bei Geldsorgen oder nach einer Trennung.
  • Mit dem 18. Geburtstag verfügt dein Kind allein über das Konto. Ob es das Geld für den Führerschein, ein Studium oder eine Weltreise ausgibt, entscheidet es selbst.

Wer mit dem Gedanken „das ist fürs Kind, aber im Notfall für uns“ spart, sollte das Geld auf einem Konto der Eltern lassen. Dann gilt dein eigener Freibetrag, und du bleibst Eigentümer. Ein getrenntes Tagesgeldkonto nur für diesen Zweck macht das Sparziel trotzdem sichtbar.

Schenkung an das Kind: Freibeträge und Grenzen

Schenkungsteuer spielt bei Kinderkonten fast nie eine Rolle. Eltern können jedem Kind innerhalb von zehn Jahren 400.000 € steuerfrei schenken, Großeltern ihren Enkeln 200.000 €. Diese Freibeträge stehen in § 16 des Erbschaftsteuergesetzes und gelten je Schenker und Kind. Nach zehn Jahren beginnen sie von vorn.

Eine Frage bleibt trotzdem: Ist das Geld Schenkung oder Unterhalt? Überweist du regelmäßig kleine Beträge und später wieder zurück aufs eigene Konto, sieht das Finanzamt womöglich gar keine Schenkung. Dann gehören die Zinsen steuerlich dir, und der Freistellungsauftrag des Kindes war falsch. Zahl deshalb ein und lass das Geld dort.

So eröffnest du Tagesgeld für dein Kind

  1. Bank mit Kinder- oder Jugendangebot suchen. Nicht jede Direktbank führt Konten für Minderjährige. In der Liste auf der Tagesgeld-Seite siehst du Zinsen und Bedingungen.
  2. Referenzkonto klären. Viele Banken verlangen ein Girokonto auf den Namen des Kindes als Gegenkonto. Wie das Kinder- und Jugendkonto funktioniert, steht im Ratgeber zum Girokonto für Kinder.
  3. Unterlagen bereithalten. Geburtsurkunde, Ausweise beider Eltern, die Steuer-ID des Kindes (steht im Brief vom Bundeszentralamt für Steuern nach der Geburt).
  4. Beide Sorgeberechtigte legitimieren sich. Meist per Videoident oder Postident, jeder einzeln.
  5. Freistellungsauftrag direkt mit stellen. Sonst zieht die Bank bei der ersten Zinsgutschrift Steuer ab.

Tagesgeld, Festgeld oder Depot für Kinder

Tagesgeld passt für Geld, das in den nächsten Jahren gebraucht werden könnte: Klassenfahrt, Zahnspange, Führerschein. Für Geld, das sicher erst in zwei, drei Jahren fällig wird, bringt Festgeld oft etwas mehr. Und bei einem Horizont von zehn oder fünfzehn Jahren bis zum 18. Geburtstag schauen viele Eltern eher auf einen ETF-Sparplan im Depot für Kinder, weil Zinsen auf lange Sicht oft kaum über der Inflation liegen. Das Kursrisiko ist dort ein anderes, das ist keine Empfehlung, sondern eine Abwägung.

Wie viel monatliche Beträge bis zur Volljährigkeit werden können, rechnest du im Sparplanrechner mit eigenen Zinsannahmen durch.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ein Kind ein eigenes Tagesgeldkonto haben?

Ab Geburt. Bei Minderjährigen eröffnen die Eltern das Konto als gesetzliche Vertreter, bei gemeinsamem Sorgerecht meist beide. Nicht jede Bank bietet Tagesgeld für Minderjährige an, viele Direktbanken führen Konten erst ab 18. Achte beim Vergleich darauf, ob das Angebot ausdrücklich für Kinder gilt.

Muss mein Kind wegen der Zinsen eine Steuererklärung abgeben?

In aller Regel nicht. Bleiben die Zinsen im Sparerpauschbetrag von 1.000 € und liegt ein Freistellungsauftrag vor, behält die Bank nichts ein und es gibt nichts zu erklären. Hat die Bank doch Abgeltungsteuer abgezogen, kann eine freiwillige Steuererklärung für das Kind sie zurückholen.

Beeinflussen Zinsen auf dem Kinderkonto das Kindergeld?

Nein. Seit 2012 spielen eigene Einkünfte des Kindes für das Kindergeld keine Rolle mehr. Relevant können Kapitalerträge aber für die Familienversicherung in der Krankenkasse und später für BAföG werden.

Dürfen Großeltern auf das Tagesgeldkonto des Enkels einzahlen?

Ja, jeder darf auf das Konto überweisen. Mit der Einzahlung wird das Geld zur Schenkung an das Enkelkind. Der Freibetrag bei der Schenkungsteuer liegt für Enkel bei 200.000 € in zehn Jahren, solange die Eltern leben. Verfügen dürfen über das Konto trotzdem nur die Eltern.

Was passiert mit dem Konto, wenn das Kind 18 wird?

Das Kind wird voll geschäftsfähig und verfügt allein. Die Vollmacht der Eltern als gesetzliche Vertreter endet. Viele Banken wandeln das Konto automatisch in ein normales Tagesgeldkonto um, manche schreiben dem Kind vorher. Prüfe dann, ob die Konditionen noch passen.

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