Ein Depot eröffnest du heute fast immer online: Anbieter auswählen, Antrag ausfüllen, per Video oder Online-Ausweis legitimieren, Verrechnungskonto aufladen. Das dauert je nach Anbieter zwischen zehn Minuten und einigen Tagen. Du brauchst deinen Personalausweis oder Reisepass, deine Steuer-Identifikationsnummer und die IBAN deines Girokontos. Kosten entstehen bei der Eröffnung keine. Die eigentliche Entscheidung fällt vorher, bei der Wahl des Anbieters, denn die laufenden Gebühren unterscheiden sich stark.
Vor dem Antrag: den passenden Anbieter wählen
Überleg dir zuerst, was du mit dem Depot vorhast. Nur ein ETF-Sparplan? Dann zählen Sparplangebühr, Mindestrate und ETF-Auswahl. Einzelkäufe? Dann Ordergebühr, Spread und Handelsplätze. Die Unterschiede zwischen Filialbanken, Direktbanken und Neobrokern erklärt die Depot-Seite, die dazugehörige Liste ist nach Kosten sortiert. Wenn du zwischen einer App und einer klassischen Direktbank schwankst, hilft der Ratgeber zu Neobrokern.
Depot eröffnen in 7 Schritten
- Antrag starten. Auf der Seite des Anbieters oder in dessen App. Du gibst Name, Adresse, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Beruf an.
- Steuerliche Angaben machen. Die Bank fragt nach Steuer-ID und steuerlicher Ansässigkeit. Außerdem musst du angeben, ob du US-Person bist. Das verlangen internationale Meldeabkommen.
- Kenntnisse und Erfahrungen angeben. Das Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet die Bank, abzufragen, mit welchen Produkten du schon gehandelt hast. Beantworte die Fragen ehrlich. Sie verhindern keinen Kauf, sie sorgen nur für Warnhinweise bei Produkten, die du laut deinen Angaben nicht kennst.
- Legitimieren. Per Video-Ident, mit der Online-Ausweisfunktion (eID) oder per Postident in der Filiale. Manche Anbieter erlauben auch die Legitimation über ein bestehendes Konto bei einer anderen Bank.
- Verträge bestätigen. Geschäftsbedingungen, Preis- und Leistungsverzeichnis und Informationen zur Einlagensicherung bekommst du als PDF. Speichere sie ab, sie sind später dein Beleg.
- Zugang einrichten. Zugangsdaten kommen per Post oder direkt in der App. Du richtest ein Freigabeverfahren ein, meist per App auf dem Smartphone.
- Verrechnungskonto aufladen. Per Überweisung vom Girokonto oder per Lastschrift. Das Geld auf dem Verrechnungskonto ist über die Einlagensicherung geschützt, mehr dazu im Ratgeber zur Einlagensicherung.
Steuern gleich richtig einstellen
Zwei Dinge regelst du am besten direkt nach der Eröffnung.
Freistellungsauftrag. Bis 1.000 € Kapitalerträge im Jahr bleiben steuerfrei, bei Paaren 2.000 €. Damit die Bank keine Steuer abzieht, erteilst du ihr einen Freistellungsauftrag. Hast du schon Aufträge bei anderen Banken, teile den Betrag auf. Die Summe darf den Freibetrag nicht übersteigen. Wie du das geschickt verteilst, steht im Ratgeber zum Freistellungsauftrag.
Kirchensteuer. Bist du Mitglied einer Kirche, fragt die Bank dein Kirchensteuermerkmal einmal im Jahr beim Bundeszentralamt für Steuern ab und behält die Kirchensteuer automatisch ein. Du musst dazu nichts tun. Wer das nicht möchte, kann dort einen Sperrvermerk setzen, muss die Kapitalerträge dann aber in der Steuererklärung angeben.
Die erste Order: worauf du achtest
Bevor du kaufst, schau dir die Ordermaske einmal in Ruhe an. Drei Felder sind wichtiger als der Rest.
Handelsplatz. Bei großen ETFs und Aktien sind Xetra oder ein außerbörslicher Handelsplatz während der Xetra-Zeiten (9 bis 17:30 Uhr) meist günstig. Abends und am Wochenende werden die Spreads breiter.
Ordertyp. Mit einer Limitorder legst du den Höchstpreis fest, den du zahlen willst. Eine Market-Order kauft zum nächsten verfügbaren Kurs. Für den Einstieg ist das Limit die sicherere Wahl.
Kosten. Die meisten Anbieter zeigen dir vor der Bestätigung eine Kostenvorabinformation. Dort stehen Ordergebühr, Fremdspesen und die laufenden Kosten des Produkts in Euro. Lies sie einmal, bevor du bestätigst.
Nach der Eröffnung: drei Dinge, die du gleich einrichtest
Sparplan oder Dauerauftrag. Wenn du regelmäßig anlegen willst, richte den Dauerauftrag vom Girokonto aufs Verrechnungskonto ein und den Sparplan so, dass er einige Tage nach dem Geldeingang ausgeführt wird.
Postfach und Benachrichtigungen. Abrechnungen, Steuerbescheinigungen und die jährliche Kostenaufstellung kommen meist nur ins elektronische Postfach. Schalte Benachrichtigungen dafür ein. Die Jahressteuerbescheinigung brauchst du, falls du eine Steuererklärung machst.
Vollmacht für den Notfall. Überlege, ob eine Vertrauensperson eine Vollmacht über das Depot bekommen soll, auch über den Tod hinaus. Ohne Vollmacht kommen Angehörige erst mit Erbschein an das Depot, und das kann Monate dauern.
Typische Fehler bei der Eröffnung
- Das erstbeste Depot der Hausbank nehmen. Bequem, oft aber mit Depotgebühr und hohen Orderentgelten.
- Den Freistellungsauftrag vergessen. Dann zieht die Bank Abgeltungsteuer ab, die du erst über die Steuererklärung zurückbekommst.
- Beim Wissenstest übertreiben. Wer angibt, jahrelang mit Optionsscheinen gehandelt zu haben, bekommt keine Warnungen mehr, wenn er zum ersten Mal ein riskantes Produkt anklickt.
- Kein Geld für Steuern im Januar lassen. Bei thesaurierenden Fonds bucht die Bank Anfang Januar die Steuer auf die Vorabpauschale ab, sobald dein Freibetrag verbraucht ist.
Ein Depot für ein minderjähriges Kind eröffnest du nach denselben Schritten, nur legitimieren sich beide Elternteile. Die Besonderheiten erklärt der Ratgeber Depot für Kinder.
Aktuelle Angebote: Depot
Werbung: Für einen Abschluss über die Links erhalten wir unter Umständen eine Provision. Auf die Reihenfolge hat das keinen Einfluss.
-
Smartbroker+
Depot
Grundgebühr im Jahr0,00 €Order ab0 € ab 500 € (gettex)ETF-SparplankostenlosZinsen auf Guthaben2,25 %Handelsplatzgettex und 30 weitereFür dich, wenn du Orders ab 500 € kostenlos über gettex willst und trotzdem an Xetra oder ausländische Börsen möchtest.
-
finanzen.net ZERO
Depot
Grundgebühr im Jahr0,00 €Order ab0 € ab 500 €, sonst 1 €ETF-Sparplankostenlos ab 1 €Zinsen auf Guthaben–HandelsplatzgettexFür dich, wenn du nur über gettex handelst und keine Zinsen auf das Guthaben im Depot brauchst.
-
Scalable Capital
FREE Broker
Grundgebühr im Jahr0,00 €Order ab0,99 € (EIX)ETF-Sparplankostenlos ab 1 €Zinsen auf Guthaben2,60 %HandelsplatzEIX, gettex, XetraFür dich, wenn du vor allem per Sparplan anlegst und selten einzeln kaufst.
Stand der Konditionen: 21.9.2026 Sortiert nach Grundgebühr im Jahr, dann nach den Kosten einer Aktienorder über 1.000 € am günstigsten Handelsplatz, bei Gleichstand nach Zinsen So vergleichen wir
Häufige Fragen
Fragt die Bank bei der Depoteröffnung die Schufa?
Das hängt von der Bank ab. Manche holen eine Auskunft ein oder melden das Verrechnungskonto, andere nicht. Ein Depot ohne Kreditrahmen ist kein Kredit und schadet deiner Bonität nicht. Genaueres steht in den Datenschutzhinweisen der Bank.
Kann ich ein Gemeinschaftsdepot eröffnen?
Bei vielen Banken ja, meist für Ehe- oder Lebenspartner. Beide legitimieren sich, und ihr könnt einen gemeinsamen Freistellungsauftrag über 2.000 € erteilen, wenn ihr verheiratet oder verpartnert seid. Wie ein gemeinsames Konto im Alltag funktioniert, beschreibt der Ratgeber zum Gemeinschaftskonto.
Was passiert, wenn ich den Wissenstest falsch beantworte?
Nichts Schlimmes. Die Bank weist dich bei komplexeren Produkten darauf hin, dass sie diese für dich nicht als angemessen einschätzt. Kaufen darfst du trotzdem. Ehrliche Antworten schützen dich eher vor Produkten, die du nicht verstehst.
Brauche ich eine deutsche Adresse für ein Depot in Deutschland?
Die meisten Banken eröffnen Depots nur für Kunden mit Wohnsitz in Deutschland, manche auch für Wohnsitze in anderen EU-Ländern. Bist du steuerlich in den USA ansässig, lehnen viele Anbieter ab, weil die Meldepflichten aufwendig sind.
Wie schnell kann ich nach der Eröffnung kaufen?
Sobald die Zugangsdaten da sind und Geld auf dem Verrechnungskonto liegt. Die erste Überweisung braucht bis zu einem Bankarbeitstag, per Echtzeitüberweisung oft nur Sekunden. Manche Anbieter erlauben den Kauf schon vor dem Geldeingang, wenn du ein Lastschriftmandat erteilt hast.