Ein ETF-Sparplan ist ein Dauerauftrag in deinem Depot: Du legst einen Betrag fest, zum Beispiel 100 € im Monat, und die Bank kauft dafür an einem festen Tag Anteile eines börsengehandelten Indexfonds (ETF). Mehr steckt nicht dahinter. Du brauchst ein Depot, eine Entscheidung für einen Fonds und ein paar Minuten. Bei vielen Direktbanken und Neobrokern kostet die Ausführung nichts, bei anderen Banken einen Prozentsatz der Rate. Das klingt nach wenig, macht über zwanzig Jahre aber einige hundert Euro aus, wie das Rechenbeispiel unten zeigt.
So funktioniert ein ETF-Sparplan
Ein ETF ist ein Investmentfonds, der einen Index wie den MSCI World, den FTSE All-World oder den DAX abbildet. Kaufst du einen Anteil, besitzt du einen Bruchteil aller Wertpapiere im Index. Der Fonds wird nicht von einem Manager nach eigenem Urteil gesteuert. Er folgt stur dem Index, deshalb sind die laufenden Kosten niedrig.
Beim Sparplan kauft die Bank am Ausführungstag für deinen festen Betrag so viele Anteile, wie das Geld hergibt, auch Bruchteile. Steht der Kurs niedrig, bekommst du mehr Anteile. Steht er hoch, weniger. Diesen Effekt nennen Banken gern Cost-Average-Effekt. Er garantiert keinen Gewinn. Er nimmt dir aber die Frage ab, wann der richtige Einstiegszeitpunkt ist.
In fünf Schritten zum Sparplan
- Depot eröffnen. Falls du noch keines hast: online in rund einer Viertelstunde, die Legitimation dauert manchmal länger. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber Depot eröffnen.
- Verrechnungskonto füllen. Richte vom Girokonto einen Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto des Depots ein, oder erlaube der Bank den Lastschrifteinzug.
- ETF auswählen. Über die ISIN (zwölfstellige Kennnummer) findest du den Fonds im Sparplanangebot deiner Bank. Nach welchen Merkmalen du vorher filterst, steht im nächsten Abschnitt.
- Rate, Rhythmus und Tag festlegen. Monatlich ist üblich, zweimonatlich oder quartalsweise geht bei vielen Banken auch.
- Freistellungsauftrag erteilen. So bleiben Erträge bis 1.000 € im Jahr (Paare 2.000 €) steuerfrei, ohne dass du eine Steuererklärung brauchst. Mehr dazu im Ratgeber zum Freistellungsauftrag.
Woran du einen ETF erkennst, der zu dir passt
Welcher Index zu dir passt, ist eine Anlageentscheidung, die wir dir nicht abnehmen. Die folgenden Merkmale helfen dir aber, zwischen Fonds auf denselben Index zu unterscheiden. Du findest sie im Basisinformationsblatt und im Factsheet des Fonds.
| Merkmal | Was es bedeutet | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Index | welche Unternehmen und Länder enthalten sind | Streuung über Länder und Branchen |
| TER | laufende Kosten pro Jahr in Prozent | niedriger ist besser, bei Weltindex-ETFs meist unter 0,3 % |
| Tracking Difference | wie weit der Fonds tatsächlich hinter dem Index liegt | aussagekräftiger als die TER, über mehrere Jahre ansehen |
| Fondsvolumen | wie viel Geld im Fonds steckt | sehr kleine Fonds werden eher geschlossen |
| Ertragsverwendung | ausschüttend oder thesaurierend | Thesaurierer legen Dividenden automatisch wieder an |
| Replikation | physisch (kauft die Aktien) oder synthetisch (Tauschgeschäft) | beide sind reguliert, physisch ist leichter zu durchschauen |
| Fondsdomizil | Sitz des Fonds, oft Irland oder Luxemburg | beeinflusst die Quellensteuer auf Dividenden |
Ausschüttend oder thesaurierend ist vor allem eine Frage der Bequemlichkeit. Beim Thesaurierer wird jährlich die Vorabpauschale fällig, beim Ausschütter zahlst du Steuern auf die Ausschüttungen, soweit der Freibetrag verbraucht ist. Über die gesamte Laufzeit unterscheiden sich die Steuern wenig.
Was Gebühren über die Jahre ausmachen
Die TER des Fonds zahlst du immer, egal bei welcher Bank. Die Sparplangebühr hängt dagegen allein vom Depot ab, und du kannst sie oft auf null drücken.
Achte beim Vergleich auch auf Aktionspreise. Manche Anbieter stellen einzelne ETFs zeitweise gebührenfrei, danach gilt wieder der normale Preis. Welche Depots Sparpläne dauerhaft ohne Ausführungsgebühr anbieten, zeigt die Liste auf der Depot-Seite.
Typische Fehler beim ETF-Sparplan
Zu viele ETFs gleichzeitig. Fünf Sparpläne auf fünf Weltindex-ETFs streuen kaum mehr als einer, weil die Fonds zum großen Teil dieselben Aktien halten. Du hast nur mehr Überblick zu behalten.
Sparen ohne Notgroschen. Brauchst du nach einem Kursrutsch plötzlich Geld für eine Reparatur, musst du womöglich mit Verlust verkaufen. Lege deshalb zuerst eine Reserve auf dem Tagesgeldkonto an. Wie groß sie sein sollte, steht im Ratgeber zum Notgroschen.
Nach dem ersten Minus aufhören. Wer in einem schwachen Börsenjahr den Sparplan stoppt, kauft ausgerechnet in der Phase nicht, in der die Anteile günstig sind.
Rate nie anpassen. Steigt dein Einkommen, bleibt die Rate oft jahrelang gleich. Ein fester Termin im Jahr, an dem du sie überprüfst, hilft.
Geld brauchen, bevor der Anlagehorizont vorbei ist. Für Geld, das du in zwei oder drei Jahren sicher brauchst, etwa für ein Auto, ist ein Aktien-ETF-Sparplan das falsche Werkzeug. Dafür eignet sich eher Tagesgeld oder Festgeld.
Für wen ein ETF-Sparplan passt
Ein Sparplan passt, wenn du über viele Jahre regelmäßig Geld übrig hast, Schwankungen aushältst, ohne zu verkaufen, und dein Notgroschen schon steht. Er passt weniger, wenn du das Geld zu einem festen Termin in wenigen Jahren sicher brauchst.
Wenn du bereits einen Sparplan bei einer teuren Bank hast, musst du nichts verkaufen. Du kannst die Anteile per Depotübertrag mitnehmen und den Sparplan beim neuen Anbieter neu anlegen. Beachte dabei, dass Bruchstücke meist nicht übertragen werden.
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Häufige Fragen
Welcher Ausführungstag ist der beste?
Über viele Jahre spielt der Tag kaum eine Rolle, weil sich Zufallsschwankungen ausgleichen. Praktisch ist ein Termin einige Tage nach dem Gehaltseingang, damit das Verrechnungskonto sicher gedeckt ist. Wird eine Rate mangels Deckung nicht ausgeführt, holt die Bank sie meist nicht nach.
Kann ich einen Sparplan pausieren?
Bei den meisten Anbietern ja, und zwar kostenlos und ohne Frist. Du setzt den Sparplan aus oder löschst ihn einfach. Die bisher gekauften Anteile bleiben im Depot und entwickeln sich weiter.
Sind ETF-Sparpläne für Kinder möglich?
Ja, über ein Depot auf den Namen des Kindes. Das Geld gehört dann rechtlich dem Kind. Was das für Steuern, Eigentum und die Familienversicherung bedeutet, steht im Ratgeber Depot für Kinder.
Was passiert mit meinem Sparplan, wenn der ETF geschlossen wird?
Die Fondsgesellschaft kündigt das vorher an. Entweder wird der ETF mit einem anderen zusammengelegt, dann bekommst du Anteile des neuen Fonds, oder er wird aufgelöst und du erhältst den Gegenwert in Geld. Die Auflösung gilt steuerlich als Verkauf. Den Sparplan musst du danach selbst auf einen anderen Fonds umstellen.
Lohnt sich ein ETF-Sparplan mit 25 € im Monat?
Ob sich das für dich rechnet, hängt vor allem an den Kosten pro Rate. Bei einem Anbieter ohne Sparplangebühr fließt der ganze Betrag in den Fonds. Bei einer festen Gebühr von 1,50 € pro Ausführung gingen dagegen 6 % jeder Rate an die Bank, das holt kaum eine Anlage wieder auf.